Freitag, 12. Februar 2021

Südtirol verschärft Lockdown: Die Maßnahmen im Überblick

Ab Sonntag gelten in Südtirol noch strengere Coronaregeln. Außerdem hat der Staat neue Bestimmungen zur Einreise aus Österreich festgelegt.

Nur mehr Lebensmittelgeschäfte und solche mit Gütern des täglichen Gebrauchs dürfen offen bleiben. Bars dürfen keinen Abholservice mehr anbieten.
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Nur mehr Lebensmittelgeschäfte und solche mit Gütern des täglichen Gebrauchs dürfen offen bleiben. Bars dürfen keinen Abholservice mehr anbieten. - Foto: © shutterstock
Landeshauptmann Arno Kompatscher hat am Freitag eine neue Verordnung unterzeichnet. Darin werden die geltenden Regeln zur Eindämmung des Coronavirus weiter verschärft. Die neue Verordnung tritt mit Sonntag, 14. Februar, in Kraft und gilt vorerst bis zum 28. Februar.

„Lage ist ernst, bleiben Sie zuhause!“

Der Landeshauptmann ruft die Bevölkerung ausnahmslos dazu auf, sich an die Regeln zu halten. „Die Lage ist sehr ernst!“, erklärt Kompatscher. Als Gründe für den Lockdown in Südtirol nannte er das nach wie vor sehr hohe Infektionsgeschehen, die von den neuen Virusvarianten ausgehende Gefahr und die starke Belastung der Krankenhäuser.

Es sei jetzt Gebot der Stunde, „die Kontakte auf das Allernotwendigste zu beschränken und das Haus so wenig wie möglich zu verlassen. Das ist der Sinn dieses Lockdowns, denn nur dann können wir jenes Ergebnis erzielen, das wir uns alle wünschen.“

Lebenspartner darf weiter besucht werden – auch in einer anderen Gemeinde

Erlaubt ist es lediglich, zur Arbeit zu gehen – zumindest in jenen Bereichen, in denen noch gearbeitet werden kann.

Erlaubt sind auch der Einkauf von Lebensnotwendigem und die Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten (dazu gehört auch das Testen) sowie das Erledigen von unaufschiebbaren und dringlichen Erfordernissen, beispielsweise die Pflege von pflegebedürftigen Eltern.

Der Spaziergang und die individuelle sportliche Betätigung sind laut Aussendung des Landespresseamtes nur im Umfeld der eigenen Wohnung, und zwar von Zuhause ausgehend, erlaubt. Der Besuch des Lebenspartners oder der Lebenspartnerin in einer anderen Gemeinde ist weiterhin möglich. Erlaubt bleibt weiterhin der Gottesdienstbesuch in der eigenen Gemeinde.

Das ist neu in der Verordnung

Die Liste der Geschäfte, die geöffnet bleiben dürfen, ist auf jene der Lebensmittel und der Güter des täglichen Bedarfs reduziert worden: Apotheken, Buchhandlungen, Geschäfte für Schreibwaren und Bürobedarf, Optiker, Zeitungsgeschäfte, Autohändler und einige weitere bleiben offen.

Für Handwerk, Industrie und Bauwesen gelten neue verschärfte Sicherheitsprotokolle und das regelmäßige Testen gemäß Sicherheitsprotokoll und Vereinbarung mit dem Gesundheitsbetrieb.

In den öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften gilt ab dem Alter von 12 Jahren die Pflicht, FFP2-Masken zu tragen.

Für Bars ist kein Abholservice mehr erlaubt. Aufrecht bleibt das Abholen von Speisen von Restaurants sowie der Lieferservice von Restaurants. Die Verköstigung von Arbeitern in Restaurants auf Vertragsbasis ist ausgesetzt. Die Schutz- und Skihütten müssen geschlossen bleiben.

Die Verordnung im Detail gibt es hier. Die Geschäften, die offen bleiben dürfen, finden sich im Anhang der Verordnung.



In Bezug auf die Kleinkindbetreuung, die sozialen und soziosanitären Dienste bleibt bis auf Weiteres die geltende Regelung aufrecht. Die Tätigkeiten der noch erlaubten personennahen Dienste dürfen nur mit Vormerkung und Verwendung von FFP2-Masken vonseiten aller Beteiligten erfolgen.

Neben Friseuren dürfen nun laut Verordnung auch die Schönheitspfleger generell wieder arbeiten. So heißt es in der Verordnung: „Alle Dienste an der Person mit Ausnahme der Wäschereien, der Bestattungsdienste, sowie – nach Vormerkung – jener der Herren- und Damenfriseure und der Schönheitspfleger/innen sind ausgesetzt. Bei den zugelassenen Berufen der Körperpflege müssen das Personal und die Kunden FFP2-Masken zum Schutz der Atemwege verwenden.“

Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für Arbeiter und Angestellte, Familien und Unternehmen zu lindern, arbeitet die Landesregierung in diesen Wochen intensiv an einem umfangreichen Maßnahmenpaket. Die dafür notwenigen Mittel sollen Anfang März vom Südtiroler Landtag ermächtigt werden.

Vom Sonntag (14. Februar) bis 5. März gelten auch neue Bestimmungen für die Einreise aus Österreich nach Italien – und somit auch nach Südtirol.


Eindringlicher Aufruf des Landeshauptmanns

Landeshauptmann Arno Kompatscher wendet sich mit diesem eindringlichen Aufruf an die Bevölkerung: „Allein mit Vorschriften ist es jedoch nicht getan. Nur ein entsprechendes Verhalten, auch im privaten Bereich, wird es uns ermöglichen, die Infektionszahlen drastisch zu senken und das Leben aller hoffentlich bald wieder zu vereinfachen“, betont Kompatscher. „Dieses Ziel werden wir nicht erreichen, wenn einige sich aus der Solidarität ausklammern und die Regeln bei jeder Gelegenheit umgehen.“

Gesundheitslandesrat Thomas Widmann warnt:„Unsere Krankenhäuser sind stark belastet. Eine weitere kontinuierliche Steigerung von Infizierten ist kaum zu bewältigen“. Die Infektionsketten können laut Widmann allein durch das viele Testen nicht mehr unterbrochen werden. „Es braucht nun eine spürbare Eindämmung der Risiken. Für jene Gemeinden, in denen neue Varianten festgestellt werden sollten, oder der Verdacht darauf besteht, sind zusätzliche Sonderregeln vorgesehen“, so der Landesrat.

lpa/stol

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