Dienstag, 12. Mai 2020

Südtiroler fahren zum Shoppen über die Grenze – Österreicher verärgert

Wie Landesrat Philipp Achammer auf Facebook berichtet, seien die österreichischen Grenzpolizisten über zahlreiche Südtiroler mit fadenscheinigen Argumenten für die Ausreise nach Österreich verärgert. Und die Parkplätze vor den Einkaufscentern in Nordtirol etwa seien voll von Autos shoppingwütiger Südtiroler. „Dieses Verhalten sei nicht in Ordnung“, schreibt Achammer.

Laut österreichischer Grenzpolizei fahren viele Südtiroler derzeit ohne triftigen Grund nach Österreich.
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Laut österreichischer Grenzpolizei fahren viele Südtiroler derzeit ohne triftigen Grund nach Österreich. - Foto: © shutterstock
Wie berichtet, dürfen nur jene Südtiroler nach Österreich ausreisen, welche Mitarbeiter von Unternehmen mit Sitz in Südtirol sind und für nachgewiesene Arbeitserfordernisse ausreisen müssen, Studierende, die eine unaufschiebbare Notwendigkeit im Rahmen ihres Studiums vorweisen können sowie Familienmitglieder und Verwandte mit besonders berücksichtigungswürdigenden Gründen.

Diese Personen müssen nach Wiedereintritt in Italien nicht in eine 14-tägige Quarantäne, sofern der Auslandsaufenthalt nicht länger als 72 Stunden gedauert hat.

Doch offenbar fahren zahlreiche Südtirol nun einfach so zum Spaß an der Freude über die Grenze. Die österreichische Grenzpolizei sei verärgert und auch Achammer zeigt sich wenig erfreut über diese Entwicklung und findet es jenen Personen gegenüber unfair, die wirklich aus triftigen Gründen nach Österreich reisen.

„Ich kann gut nachvollziehen, dass viele das Bedürfnis haben ihre Lieben im Ausland zu besuchen. Wir haben in den vergangenen Tagen eine Interpretation des Begriffs „Grenzpendler“ erzielt und mit den Behörden abgestimmt. Wenn mir dann aber heute österreichische Behörden berichten, dass Parkplätze von Shoppingcentern in Österreich mit Südtiroler Autos voll sind und an den Grenzen fadenscheinige Argumente für die Ausreise erfunden werden, dann kann ich den Ärger der Grenzpolizisten verstehen und nachvollziehen. Nochmal: Wir glauben an die Eigenverantwortung unserer Bevölkerung – aber das, was ich heute von österreichischer Seite erzählt kriege, ist nicht in Ordnung! Und jenen gegenüber unfair, die wirklich familiäre Gründe haben.„

vs