Freitag, 04. März 2016

Südtiroler Sanität arbeitet mit Nord und Süd zusammen

In Zeiten, in denen wieder über Grenzen diskutiert wird, geht Südtirol im Gesundheitsdienst andere Wege: Um in Zukunft IT-technisch im europäischen Spitzenfeld mitzuspielen, bedarf es des Austauschs mit anderen Sanitätsbetrieben und Gesundheitsexperten - und daher gab es am Freitag ein Treffen mit Nord und Süd.

Beim IT-Treffen am Freitag in Bozen: Massimo Mangia, Thomas Schael, Landesrätin Martha Stocker, Ettore Turra, Georg Lechleitner und Christian Steurer. - Foto: Sabes
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Beim IT-Treffen am Freitag in Bozen: Massimo Mangia, Thomas Schael, Landesrätin Martha Stocker, Ettore Turra, Georg Lechleitner und Christian Steurer. - Foto: Sabes

Auf Initiative von Landesrätin Martha Stocker trafen sich heute am Sitz des Südtiroler Sanitätsbetriebes die EDV-Verantwortlichen von Tirol-Kliniken, Sabes und der Provinz Trient. Es war somit gewissermaßen ein „Euregio-Gipfel im Kleinen“ mit Schwerpunkt elektronische Gesundheitsversorgung und Krankenhaus-Informatik.

Generaldirektor Thomas Schael erläuterte zusammen mit Sabes-EDV-Chef Christian Steurer und Massimo Mangia von Federsanità die IT-Offensive des Betriebes für die nächsten drei Jahre: „Unser Ziel ist es, ein integriertes System zu entwickeln, das die Ärzte und Pflegekräfte im klinischen Alltag unterstützt und ganzheitlich ist, also alle Fachkräfte, die in der Erbringung von Gesundheitsleistungen beteiligt sind, vernetzt und verbindet.“

Landesrätin Martha Stocker begrüßte die „Öffnung der Perspektive“ und lud die Fachleute zu einem intensiven Austausch ein. Das gegenseitige Lernen und das „Über-den-Tellerrand-hinausblicken“ ist gerade in einem sich so schnell veränderndem Bereich, wie die Informatik es ist, unerlässlich.

Sowohl der IT-Chef von Tirol-Kliniken Georg Lechleitner wie auch Ettore Turra, der Verantwortliche für die IT-Systeme im Trentiner Sanitätsbetrieb, zeigten sich beeindruckt vom ganzheitlichen Ansatz des EDV-Masterplanes im Südtiroler Sanitätsbetrieb. Gerade der Fokus auf die Betreuung von chronisch-Kranken und alten, gebrechlichen Patienten wird als gemeinsame Herausforderung empfunden.

Georg Lechleitner berichtete von den Nordtiroler „Baustellen“ in der Gesundheitsinformatik. Besonders interessant ist dabei, dass die Tirol-Kliniken bereits vor Jahren beschlossen haben, auf einige wenige „starke“ externe Partner zu setzen und Eigenentwicklungen nur noch in Nischenbereichen beziehungsweise für ausgewählte Funktionen durchzuführen, die von den externen Firmen, durchwegs „Global-Player“ (SAP, Cerner, Siemens,…), nur in langsamer und aufwändiger Anpassung geliefert würden.

Ettore Turra stellte die verschiedenen Systeme vor, die im benachbarten Trentino im Einsatz sind und erläuterte die anstehenden Projekte. Dort ist es durch die geschickte Integration von marktgängigen Lösungen und Eigenentwicklungen gelungen, ein System aufzubauen, das bereits jetzt eine Reihe von Diensten für die Bürger bereithält (Einblick in Befunde, Online-Vormerkung und anders mehr). Gearbeitet wird aktuell an einem EDV-Tool zur Unterstützung der Hauskrankenpflege.

Gemeinsam war den Vertretern aller drei Regionen das Bedürfnis, sich künftig stärker auszutauschen und die Zusammenarbeit im Rahmen dieses „Innovationstisches zur elektronischen Gesundheitsversorgung“ zu intensivieren.

Am Treffen nahmen neben den bereits Genannten auch Johannes Ortler aus dem Landesressort für Gesundheit, Christian Schatzer, Projektleiter für den IT-Masterplan im Südtiroler Sanitätsbetrieb, sowie Leonardo Sartori, EDV-Chef des Trentiner Sanitätsbetriebes, teil.

stol

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