Donnerstag, 01. Juni 2017

Südtiroler Volkspartei und Bürger Union trauern um Alois Mock

Die Südtiroler Volkspartei trauert um den ehemaligen österreichischen Vizekanzler, Außenminister und ÖVP-Bundesparteiobmann Alois Mock. „Mit der Trauer verbinden wir den Dank an diesen großen Österreicher, der mit untrüglicher Überzeugung die Anliegen Südtirols vorangebracht und sich maßgeblich um die Streitbeilegungserklärung 1992, mit welcher die Erfüllung des Südtirol-Pakets erklärt wurde, verdient gemacht hat“, erinnert Obmann Philipp Achammer.

Alois Mock wird in Südtirol noch heute verehrt.
Badge Local
Alois Mock wird in Südtirol noch heute verehrt. - Foto: © APA

In seiner sehr langen politischen Laufbahn war Südtirol für Alois Mock ein echtes und glaubhaftes Anliegen. „Schon als sehr junger Unterrichtsminister hat er sich um die vielfältigen Probleme auch Südtiroler Studierender gekümmert“, erinnert Obmann Achammer an die Anfänge der Beziehungen Mocks zu Südtirol. Sowohl in dieser als auch seinen weiteren politischen Stationen habe Mock immer wieder zum Ausdruck gebracht, wie wichtig ihm die Bindung zwischen Südtirol und dem Vaterland Österreich war. Dabei habe Mock Südtirol immer als „innerösterreichische Angelegenheit“ betrachtet, die Schutzfunktion Österreichs für Südtirol war ihm wahres Herzensanliegen.

Seine Ziele aktueller denn je

Noch am Mittwoch haben Landeshauptmann Arno Kompatscher und Obmann Philipp Achammer im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres in Wien an den Strategiegesprächen in Erinnerung an die Streitbeilegungserklärung vom 19. Juni 1992 teilgenommen. „Die Streitbeilegungserklärung trägt ganz wesentlich die Handschrift von Alois Mock, von 1987 bis 1995 Außenminister Österreichs, der damit gemeinsam mit dem ehemaligen SVP-Obmann Roland Riz und weiteren Verbündeten Geschichte geschrieben und bleibende Spuren für Südtirol hinterlassen hat“, erinnert Philipp Achammer an das besondere Verhandlungsgeschick Mocks.

Von Südtirol geehrt

„Für historische Verdienste um den gesicherten Fortbestand der österreichischen Minderheit in Südtirol“ wurde Alois Mock von der Südtiroler Volkspartei im Jahr 2002 die höchste SVP-Auszeichnung, das Große Goldene Ehrenzeichen mit Urkunde verliehen. „Die Südtiroler Volkspartei und mit ihr das Südtiroler Volk verliert mit Alois Mock einen Verbündeten und Freund, der vorbehaltlos immer zu Südtirol und seinen Anliegen gestanden ist“ erklärt Philipp Achammer. „Die Südtiroler Volkspartei trauert um ihn.“

LH gedenkt

"Alois Mock hat sich weit über Österreich hinaus verdient gemacht", erklärt Landeshauptmann Arno Kompatscher, der in Wien von dessen Ableben erfahren hat. Der Name Alois Mock ist verbunden mit dem Fall des Eiserenen Vorhangs, mit dem EU-Beiritt Österreichs aber auch in besonderer Weise mit dem Zusammenwachsen Europas.

Für Südtirol sei Alois Mock aus zweierlei Gründen eine Schlüsselfigur, zum einen wegen der Abgabe der Streitbeilegungserklärung, die sich in diesem Juni zum 25. Mal jährt, zum anderen wegen des Abbaus der Brennergrenze. "Alois Mock hat sich dabei als weitsichtiger Politiker und überzeugter Europäer bewiesen", so Landeshauptmann Kompatscher, "der ein ausgezeichnetes Verhältnis zu allen österreichischen Nachbarn gepflegt hat." Das Land Südtirol werde Mock ein ehrendes Andenken bewahren.

2002 überreichte der damalige SVP-Obmann Siegfried Brugger (von links) an Silvius Magnago und Alois Mock das Große Ehrenzeichen der Südtirol Volkspartei...

...und 2009 verlieh (Alt-)Landeshauptmann Luis Durnwalder Alois Mock den Großen Verdienstorden des Landes Südtirol. - Fotos: D

Auch Pöder sieht die Eindringlichkeit des Moments

"Am Mittwoch saßen wir noch im Wiener Außenministerium im Alois-Mock-Saal anlässlich der Strategiegespräche zur Südtirol-Autonomie heute betrauern wir den Tod des großen ehemaligen Außenministers", so der Landtagsabgeordnete der Bürger Union, Andreas Pöder

"Abgesehen von seinem Einsatz im Zusammenhang mit der Südtirolautonomie hat er als einer der maßgeblichen Architekten des EU-Beitritts Österreichs, Südtirol durch diesen EU-Beitritt näher ans Vaterland gebracht", so Pöder. Außenminister Mock nannte die Südtiroler auch in offiziellen Reden stets "Landsleute" und bezeichnete das Selbstbestimmungsrecht als "unverzichtbar."

Pöder sieht Gleichgesinnten

Denkwürdig die Erklärung von Alois Mock im Nationalrat anlässlich der Entschließung zur Streitbeilegungserklärung zwischen Österreich und Italien vor 25 Jahren: Außenminister Alois Mock während der Nationalratsdebatte: „Für Österreichs stellt das Autonomiestatut sicher keinen Schlußpunkt dar. Auch was das Verhältnis zu unseren Südtiroler Landsleuten betrifft, schlagen wir ein neues Kapitel auf. Auch nach der Abgabe der Streitbeilegungserklärung bleibt Österreich natürlich die Schutzmacht Südtirols, dessen Selbstbestimmungsrecht unverzichtbar ist.“ 

stol

stol