Am Mittwoch haben Landeshauptmann Arno Kompatscher, Ressortdirektor Ulrich Stofner und der Direktor der Abteilung Innovation, Forschung und Universität, Vito Zingerle, in einer Pressekonferenz das weiter ausgebaute Konzept vorgestellt, das unter dem Titel Südtiroler Forschungsoffensive den einheimischen Forschungsstandort weiter stärken wird.Ausgezeichnete Leistung„Die Forschungseinrichtungen in Südtirol haben in den letzten Jahren ausgezeichnete Leistungen erbracht, auch dank der Fördermittel des Landes Südtirol", betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Dazu zählen vor allem die Universität, die Eurac und das Versuchszentrum Laimburg, aber auch Fraunhofer Italia, das Institut für Innovative Technologien (IIT) und Eco Research, die im NOI Techpark forschen.Nun sei dem Landeshauptmann zufolge der Zeitpunkt reif, die Bemühungen auf allen Ebenen zu verstärken, damit Südtirol im Konzert regionaler Forschungsstandorte in der vorderen Reihe mitspielen kann. Dazu zählten auch Investitionen in die Grundlagenforschung. „Wir wollen Südtirol zu einem Forschungsstandort entwickeln, und dazu gehört auch die wissenschaftliche Forschung auf hohem Niveau.", erklärte der Landeshauptmann. Wie das Konzept zustande kamDem neuen Forschungskonzept ging eine Reihe von Studien und Schlussfolgerungen voraus, um in anderen europäischen Forschungsstandorten herauszufinden, wie Fördermittel für die wissenschaftliche Forschung im Idealfall investiert werden. Das Konzept erhielt vom Rat für Wissenschaft und Forschung im Herbst 2017 grünes Licht, die Genehmigung der Landesregierung folgte im Dezember.Wissenschaftsfonds mit jährlich 4 Millionen EuroDas daraus folgende Maßnahmenpaket sieht einen Wissenschaftsfonds mit Mitteln von jährlich 4 Millionen Euro vor. Dem gegenüberzustellen sind die unregelmäßigen Aufrufe zur Förderung von Forschungsprojekten der letzten Jahre – insgesamt machten sie in 3 Jahren 5,2 Millionen Euro aus. Der neue Wissenschaftsfonds baut auf 4 Säulen auf: Research Südtirol, Euregio plus, Joint Research Projects und Seal of Excellence.Die 4 Säulen des WirtschaftsfondsSäule eins namens Research Südtirol wird nach international standardisierten Abläufen Projekte wissenschaftlicher Forschung aus Südtirol fördern. Die Ausschreibungen werden künftig mithilfe einer diesbezüglich erfahrenen, externen Agentur bewertet, um die Abläufe effizienter zu machen und Bearbeitungszeiten auf 6 Monate zu drosseln. Der erste Aufruf ist für September 2018 geplant.Die Säule Euregio plus wird wertvolle Gemeinschaftsprojekte der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino fördern, speziell solche, die die Zusammenarbeit mit den Universitäten Innsbruck und Trient vorsehen.Joint Research Project sieht in diesen Monaten Abkommen mit ausländischen Forschungsfördereinrichtungen vor. Südtiroler Forscher sollen sich so an deren Projekten beteiligen können. Der Wissenschaftsfonds stellt die Mittel für den Südtiroler Anteil des Projekts.Bei den Projekten der Säule 4, Seal of Excellence, handelt es sich um Südtiroler Forschungsprojekte, die beispielsweise im Rahmen des EU-Programms Horizon 2020 in Brüssel um Mittel angesucht haben. Trotz höchster Bewertung haben etliche davon, beispielsweise die Eurac, keine EU-Mittel erhalten. Diese Projekte können nun ohne Neubewertung und entsprechenden Verwaltungsaufwand Mittel aus dem Wissenschaftsfonds erhalten.„Ohne Forschung keine Zukunft“Auch die größten der 3 Südtiroler Forschungseinrichtungen waren vertreten. Uni-Rektor Paolo Lugli bestärkte die Notwendigkeit, dass Universität, Eurac und Laimburg ihre Zusammenarbeit noch weiter ausbauen „und alte Barrieren beiseiteschaffen sollten.“ Angelo Zanella vom Versuchszentrum Laimburg ging darauf ein, wie die Universität und die Laimburg im NOI Techpark gemeinsam die Forschung zu den Lebensmitteltechnologien voranbrächten. Eurac-Präsident Roland Psenner betonte, dass „Südtirol deshalb zum Forschungsstandort wird, weil es ohne Forschung keine Zukunft gibt.“stol/lpa