Insgesamt 13 Mandate werden bei der Parlamentswahl im September in der Region Trentino-Südtirol vergeben. Je 5 (2 Kammer, 3 Senat) stehen Südtirol bzw. dem Trentino in den Mehrheitswahlkreisen zu. Gewählt ist, wer eine Stimme mehr hat. 3 weitere Sitze für die Kammer werden auf regionaler Ebene an den Listenführer der 3 meistgewählten Parteien vergeben. Die besten Chancen auf diese Sitze haben SVP, PD, Lega und Fratelli D' Italia.<BR /><BR />Beim regionalen Verhältnisrecht kann jede Partei neben dem Listenführer 2 weitere Kandidaten aufstellen. Im Falle der SVP sind dies Daiana Boller und Mauro Agosti vom PATT. Die Zweit- und Drittplatzierten sind aber bei jeder Partei nur Unterstützungskandidaturen. <BR /><BR />Die Listenführer in der Kammer stammen fast alle aus dem Trentino. Aus Südtirol kommen nur Dieter Steger (SVP), Renate Holzeisen (Vita) und seit gestern die Roberta Rigamonti für das Bündnis (Grüne, Sinistra Italiana, Europa Verde). Die Bozner Juristin ist Direktorin des Vereins für Sachwalter und Vizepräsidentin im Dachverband für Soziales. Mit ihr rechnet man sich Außenseiterchancen aus, durch Umverteilung auf staatlicher Ebene einen Sitz zu erobern.<BR /><BR />Bei Mitte-Rechts setzen die Lega mit Parlamentarier Diego Binelli und Fratelli D' Italia mit der Regionalratsabgeordneten Alessia Ambrosi auf bekannte Gesichter. Aus den Marken stammt die Bewerberin von Forza Italia: Valentina Vezzali, Ex-Spitzensportlerin im Florett und Staatssekretärin für Sport. Antonella Biancofiore aus Bozen ist Listenführerin für (Noi moderati /Coraggio Italia).<h3> Kein Platz an der Sonne</h3>Deren kleine und viel bekanntere Schwester Michaela Biancofiore liefert sich fürs Mitte-rechts-Bündnis im Senatswahlkreis Rovereto ein Duell gegen Senatorin Donatella Conzatti vom Mitte-links-Bündnis. Biancofiore sitzt seit 2006 für Forza Italia im Parlament, wurde 2018 in der Emilia Romagna gewählt, schloss sich aber 2021 der Bewegung „Coraggio Italia“ an.<BR /><BR />Keinen Platz mehr an der Sonne gibt es für Filippo Maturi. 2018 wurde der Bozner im Latium in die Kammer gewählt. Diesmal platzierte ihn die Lega nur an aussichtsloser 3. Stelle im Verhältnisrecht. <BR /><BR /> Dafür kann Alessandro Urzí auf ein nahezu sicheres Mandat in der Kammer setzen. Nach 25 Jahren im Landtag tritt Urzì zwar überraschenderweise nicht als Listenführer der Fratelli D’Italia im Trentino Südtirol an, sondern im großen Wahlkreis Vicenza (Veneto). Dort ist er im Verhältniswahlrecht Kammer Zweitplatzierter und die dortige Listenführerin wurde aber über ein Direktmandat im Mehrheitswahlkreis abgesichert.<h3> Ein Dreikampf</h3>Was die Einer-Wahlkreise betrifft, so kommt es im Senatswahlkreis Unterland zum Dreikampf zwischen Manfred Mayr (SVP), Luigi Spagnolli (Mitte-Links) und Ex-Lega-Koordinator Maurizio Bosatra ab. Im Senatswahlkreis West dürfte Julia Unterberger (SVP) leichtes Spiel haben. Meinhard Durnwalder (SVP) hat mit Ulli Mair, Hans Heiss und Biostatistiker Markus Falk ziemlich Konkurrenz, doch splitten sich deren Stimmen auf, <BR /><BR />Im Kammerwahlkreis Nord dürfte Franz Ploner (Team K) Renate Gebhard (SVP) einige, aber wohl nicht entscheidende Stimmen abjagen. Als Favorit geht auch Manfred Schullian (SVP) im Kammerwahlkreis Süd ins Rennen. Neben Elide Mussner (Grüne; Pd, Team K) trifft er dort u.a. auf Ex-Caritas-Direktor Mauro Randi und seit gestern auf den Journalisten Hannes Schick (Italexit). <BR />