Donnerstag, 14. Mai 2020

Südtirols Krankenhäuser kehren in Normalbetrieb zurück

Bei der virtuellen Medienkonferenz im Palais Widmann in Bozen am Donnerstagnachmittag stand das Gesundheitswesen im Mittelpunkt, dabei ging es vor allem um die Rückkehr der 7 Krankenhäuser in den Normalbetrieb. Marc Kaufmann, Medizinischer Einsatzleiter, Florian Zerzer, Thomas Widmann

(v.l.) Marc Kaufmann, Thomas Widmann und Florian Zerzer.
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(v.l.) Marc Kaufmann, Thomas Widmann und Florian Zerzer. - Foto: © youtube / screenshot
Gesundheitslandesrat Thomas Widmann blickte zu Beginn der Medienkonferenz auf die Ausgangslage zurück: „Vor ein paar Wochen standen wir alle vor einer neuen Situation. Dabei haben in dieser Krise die Grundversorgungskrankenhäuser hervorragende Arbeit geleistet, die Bewältigung der Krise war eine Gesamtleistung aller Akteure“. Laut Widmann sei man nun für die Zukunft gerüstet, nun gelte es auch den Normalbetrieb der Krankenhäuser wieder anlaufen zu lassen.

Der Generaldirektor des Sanitätsbetriebs, Florian Zerzer, erklärte die 3 großen Aufgaben: „Zum einen haben wir noch Covid-19-Patienten, zum anderen sind wir in Phase 2 eingetreten. Der Sanitätsbetrieb muss die Phase 2 überwachen, sollten neue Infektionsherde auftauchen, muss eine neue Notfallbetreuung gewährt sein. Und der 3. Punkt ist die Organisation der Rückkehr zum eigentlichen Versorgungsauftrag“. Dafür gebe es einen dynamischen Plan, stufenweise werde laut Zerzer die Rückkehr zum Normalbetrieb im Gesundheitswesen vorgenommen. „Von heute auf morgen geht das nicht, es wird morgen sicher nicht so sein wie vor der Coronakrise“. Ein Vergleich: 1400 Kontrollvisiten wurden vor 2 Monaten pro Tag gemacht, nun werden es ca. 700 sein.

Primar Marc Kaufmann betonte, dass in Phase 2 die Medizinische Einsatzleitung nicht aufgelöst wird. Neuer Schwerpunkt aber wird das Monitoring der Covid-19-Entwicklung im Land. „Wir haben in den letzten Wochen viel gelernt über die neue Erkrankung. Wir sind gut ausgerüstet und wir können sehr schnell wieder in eine Akutphase zurückkehren. Auch wenn ich hoffe, dass wir diese Akutphase nicht mehr brauchen“.

Irene Pechlaner informierte über die Lage im Krankenhaus Meran: „Bei unseren Mitarbeitern lag die Infektionszahl bei etwa ein Prozent, das sei ein sehr guter Wert. Prioritäre und dringende Leistungen werden und wurden weiterhin gewährleistet“, versicherte die Direktorin des Gesundheitsbezirks Meran.

Das Krankenhaus Bruneck musste 2 Abteilungen für Covid-Patienten frei machen, Innichen eine Abteilung. „In Phase 2 wurden Teams für Betreuung von Patienten in Quarantäne eingerichtet. Die verschobenen Leistungen werden nun aufgeholt. „Jetzt geht es darum, die wichtigen Untersuchungen und Leistungen durchzuführen. Wir haben einen direkten Draht zu den Hausärzten eingerichtet“, so Walter Amhof, der Direktor des Gesundheitsbezirks Bruneck.

Christine Zelger, Direktorin Gesundheitsbezirk Brixen: „Das Krankenhaus Brixen war der Bezugspunkt der Patienten aus dem Hotspot Gröden. Es war eine große Herausforderung. Wir mussten 4 Abteilungen in Brixen bereitstellen und 2 in Sterzing. Nun ist der Übergang in Phase 2. Das Krankenhaus Brixen ist ein Krankenhaus mit chirurgischen Schwerpunkten, 80 Prozent der operativen Tätigkeit wird aufgenommen werden, auch die Reha ist offen. In Sterzing war die Neuro-Reha während der ganzen Zeit offen und betreut derzeit 8 ehemalige Covid-Patienten.“

„Auch das Krankenhaus Bozen muss seinen eigentlichen Aufgaben wieder nachkommen. In den letzten 2 Monaten waren nur Covid-19-Behandlung, Tumore und Notfälle behandelt worden. Die chirurgische Tätigkeit soll wieder auf 8 OP-Säle ausgedehnt werden, auch Vorsorgeuntersuchungen wie der PAP-Test werden wieder aufgenommen“, erklärte Umberto Tait, der Direktor des Gesundheitsbezirks Bozen. Die neuen Hygienevorschriften gelten auch für die Krankenhäuser, deshalb wird bei Visiten die Zahl der Patienten verringert, „da nach jeder Visite das Zimmer gereinigt werden muss.“ Als Ausgleich prüft das Krankenhaus Bozen über eine Verlängerung der Betriebszeiten bei den Visiten.

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zor

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