Mittwoch, 20. Mai 2015

Südtirols Parteien: "Beflaggung unangemessen"

Nach den Schützen haben auch die Südtiroler Volkspartei, die Freiheitlichen und die Süd-Tiroler Freiheit auf die Anordnung zur Beflaggung anlässlich des 100. Jahrestages des Kriegseintritt Italiens reagiert.

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Foto: © shutterstock

„Die festliche Beflaggung der öffentlichen Gebäude, um an einen Kriegseintritt zu erinnern“, sagt SVP- Parteiobmann Philipp Achammer, „hat eine völlig unverständliche Symbolik“. Es sei unangemessen und unpassend, so Achammer.

Während des Ersten Weltkrieges seien viele tausende Menschen zu blutigen Opfern des Nationalismus geworden  – ein Trauerflor wäre deshalb das einzig richtige Zeichen, um die Erinnerung daran wach zu halten. 

„Für Südtirol ist diese Anordnung in besonderer Weise unangebracht“, betont Philipp Achammer, „da unser Land in mehrfacher Hinsicht Spielball und Opfer der Kriegsereignisse war. Der Erste Weltkrieg stellt für Südtirol einen ganz besonderen schmerzlichen Einschnitt dar.“

Pius Leitner: "Seltsames Verständnis von Frieden und Verständigung"

Und auch dem Freiheitlichen Pius Leitner stößt die Anorndung auf den Magen: „Man muss dem Ministerratspräsidium zumindest ein seltsames Verständnis von Frieden und Verständigung vorwerfen, wenn nicht ein gestörtes Verhältnis. Dies auch noch von den Südtiroler Bürgermeistern zu verlangen, grenzt an Provokation", so Leitner.

Statt dieses geschichtliche Ereignis im Geiste von Frieden und Verständigung zu begehen, rühre Italien in alten Wunden.

"Fehlt nur noch, dass wir am Sonntag auch noch ‚La canzone del Piave‘ singen müssen. Die Südtiroler Bürgermeister sollten sich diesen Geßler-Hut nicht gefallen lassen und zivilen Ungehorsam an den Tag legen“, so der freiheitliche Fraktionssprecher im Landtag.

Sven Knoll: "Bürgermeister sollen sich dem Diktat widersetzen"

Als inakzeptabel bezeichnet die Süd-Tiroler Freiheit die Forderung der Regierung. "Der 100. Jahrestag des Kriegseintritts ist für Südtirol kein Freudentag, sondern ein Trauertag, da Italien mit diesem Krieg unserem Land nur Leid, Tod, Verwüstung und die Teilung Tirols gebracht hat", so Landtagsabgeordneter Sven Knoll in einer Aussendung.

Die Fahnenanordnung des Regierungskommissariates lasse jeden Respekt vor der Geschichte Südtirols vermissen und zeuge von einer imperialistischen Geisteshaltung, der es sich mit Vehemenz zu widersetzen gelte.

Deshalb gelte es, zu intervenieren. Die Bürgermeister und Vertreter des Landes sollten am kommenden Sonntag keinesfalls die italienische Trikolore an den öffentlichen Gebäuden hissen, schließt die Süd-Tiroler Freiheit.

stol

stol