Mit diesen Worten würdigt Landeshauptmann Luis Durnwalder den am Mittwoch verstorbenen Doyen der italienischen Rechten in Südtirol.Über lange Jahre sei Mitolo eine der zentralen Figuren der italienischen politischen Landschaft in Südtirol gewesen und habe diese in den unterschiedlichsten Funktionen geprägt. "Selbstverständlich haben wir immer konträren politischen Lagern angehört, trotzdem war Mitolo im menschlichen Umgang ein Mann mit Niveau und stets korrekt - auch zu seinen politischen Gegnern", so Durnwalder. Mitolo habe sich nie einer politischen Diskussion entzogen und diese immer mit Respekt vor dem Gegenüber geführt, erklärt der Landeshauptmann, der der Familie Pietro Mitolos heute sein Beileid ausgesprochen hat.Pichler Rolle: Politisch zumeist uneins, aber er besaß menschliche Größe und Güte "Der plötzliche Tod von Pietro Mitolo hat mich getroffen. Wir haben über viele Jahre hindurch im Bozner Gemeinderat zusammengearbeitet und unsere Wege haben sich auch in der Landespolitik häufig gekreuzt. Wir konnten über ethnisch-politische Fragen und vor allem über die Geschichte Südtirols heftig, intensiv und scheinbar unversöhnlich streiten. Niemand aber kann Pietro Mitolo menschliche Größe und Güte absprechen." Dies erklärt der Vorsitzende der SVP-Fraktion im Südtiroler Landtag, Elmar Pichler Rolle. Pichler Rolle weiter: "(...) Ich habe aber auch die positiven Seiten Pietro Mitolos kennen und schätzen gelernt: er besaß Handschlagqualität, was in der Politik nicht unbedingt alltäglich ist, er war im Umgang in den Gremien korrekt und vor allem in den letzten Jahren versuchte er zunehmend Brücken zu bauen. Er war jedenfalls wesentlich gelassener als früher und machte sich vielmehr Sorgen über radikale Auswüchse, wobei er selbst über viele Jahre seiner politischen Karriere ein Außenseiter gewesen war. Pietro Mitolo war in der italienischen Bevölkerung geachtet und beliebt, wie bei vielen Wahlen deutlich wurde. Der Familie gilt mein tief empfundenes Beileid." Lega Nord Südtirol: Historische Figur hat uns verlassen Auch die Lega Nord Südtirol zeigt sich betroffen vom plötzlichen Tod Pietro Mitolos. „Eine historische Figur der italienischen Politik und der Politik Südtirols hat uns verlassen. Mit Geradlinigkeit verfolgte er seine Ideale. Seine moralische Strenge, seine politische Passion und sein Sinn für Gerechtigkeit werden uns stets in Erinnerung bleiben.“ Spagnolli: Der Doyen des GemeinderatesDen Kondolenzbekundungen seiner Politiker-Kollegen schließt sich Bozens Bürgermeister Luigi Spagnolli an. Pietro Mitolo sei der Doyen des Gemeinderates gewesen, ein großer Politiker und bis zuletzt der eigentliche Leader der Opposition. Zwar habe man unterschiedliche politische Anschauungen gehabt, so Spagnolli, aber mit Mitolo sei es immer möglich gewesen, einen ernsthaften Dialog zu führen. Er bedauere den Tod Mitolos sehr, so Spagnolli, und drücke den Angehörigen sein tief empfundenes Beileid aus. Außerdem erinnerte er daran, dass Mitolo noch am vergangenen Donnerstag – wie üblich – an der Gemeinderatssitzung teilgenommen habe. Lang: „Wird als ehrlicher Politiker in die Geschichte eingehen" Auch die „Süd-Tiroler Freiheit“ drückt der Familie von Pietro Mitolo ihr Beileid aus. „Seine Aussagen zu Mussolini, zu Tolomei, zu erfundenen Ortsnamen, aber auch seine Stellungnahmen zu den Südtiroler Freiheitskämpfern, die er als Neonazi und Terroristen beschimpfte, bleiben uns in Erinnerung“, so Roland Lang von der Bewegung. Dennoch: „Pietro Mitolo wird als ehrlicher Politiker in die Geschichte eingehen. Er war ehrlich und hat seine Gesinnung niemals versteckt.“ Pd: „Mit Zielstrebigkeit und Ernst, Stärke und Passion im Einsatz“Den Verlust einer „historischen Figur der Politik in Südtirol“ bedauert auch der Partito Democratico. Seine Einstellung zur Südtirol-Autonomie habe man zwar nicht geteilt, Mitolo habe sich aber „mit Zielstrebigkeit und Ernst, Stärke und Passion für die Ansichten der italienischen Gemeinschaft eingesetzt“. stol