Montag, 26. April 2021

Superbonus 110 Prozent: Grünes Licht für Kooperationsvereinbarung

Den Bürgern den Zugang zum staatlichen Superbonus 110 Prozent erleichtern: Das ist das Ziel der Kooperationsvereinbarung zwischen Land Südtirol, Euregio+, NOI AG, Klimahaus-Agentur und weiteren Partnern.

Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Giuliano Vettorato unterzeichnen den Kooperationsvertrag zum Superbonus 110%.
Badge Local
Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Giuliano Vettorato unterzeichnen den Kooperationsvertrag zum Superbonus 110%. - Foto: © LPA/Thomas Laconi
Die Energieeffizienz ist ein wichtiger Teil der europäischen Energiestrategie. Mit dem Superbonus 110 Prozent, der im Juli 2020 auf staatlicher Ebene eingeführt wurde, soll die energetische Sanierung von Gebäuden gefördert werden.

Um die Anwendung dieser Steuererleichterung auch in Südtirol zu unterstützen, wurde eine Kooperationsvereinbarung auf lokaler Ebene getroffen: Partner sind neben dem Land Südtirol, Euregio Plus, NOI AG und der Agentur für Energie Südtirol-Klimahaus auch die Berufsverbände (u.a. die Kondominiumsverwalter), die Berufskammern, die Patronate, der Gemeindenverband, die Gemeinde Bozen, das WOBI und Eurac Research.

„Im Zentrum des Wirtschaftswachstums nach der Corona-Pandemie steht die nachhaltige Entwicklung. In der aktuell für viele Familien und Unternehmen schwierigen Zeit ist es unerlässlich, die Kaufkraft zu fördern - in diesem Fall mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt, die Gebäudesicherheit und die Wirtschaft im Allgemeinen“, unterstreicht Landeshauptmann Arno Kompatscher, der allen öffentlichen und privaten Projekt-Partnern dankt.

28 Projekt-Partner

Auf Initiative des Landes und unter der Leitung des NOI Techpark wurde vergangenes Jahr ein Arbeitstisch eingerichtet, der es sich zum Ziel gesetzt hat, den Austausch zwischen allen Beteiligten zu fördern, über alle Neuerungen zum Superbonus 110 Prozent zu informieren und Produkte und Dienstleistungen zugunsten von Bürgern und Betrieben zu entwickeln. Nach anfänglich 12 Partnern gehören dem Arbeitstisch, der zuletzt Anfang März zusammengetreten ist, mittlerweile 28 Teilnehmer an.

„Die Hälfte des Energieverbrauchs in Südtirol wird für Heizung und Warmwasser in Haushalten verwendet. Aus diesem Grund investiert das Land Südtirol gezielt in Maßnahmen zur energetischen Sanierung“, unterstreicht Energie- und Umweltlandesrat Giuliano Vettorato. Die Verbesserung der Energieeffizienz sei die wichtigste der 3 Säulen des Klimaplans „Energie-Südtirol 2050“ des Landes sowie der europäischen Energiestrategie. Die weiteren Säulen seien die Produktion von Energie aus erneuerbaren Quellen und in der Folge die Verringerung der Treibhausgasemissionen.

„Viele schrecken vor der energetischen Sanierung von Gebäuden zurück, die als komplex, aufwändig und kostspielig gilt“, fährt der Landesrat fort. „Um die ersten Hürden aus dem Weg zu räumen, fördert das Land die Durchführung von Energie-Checkups für Mehrfamilienhäuser durch einen einmaligen Beitrag und unabhängig von der effektiven Ausführung der Sanierungsarbeiten.“

Wie Stefano Dal Savio, Head of Tech Transfer Green im NOI Techpark in Bozen betont, sind die möglichen Auswirkungen des Superbonus 110 Prozent auf Südtirol von großer Bedeutung: „Das NOI ist der ideale Ort, um alle Projektpartner an einen Tisch zu holen. Wir haben daher einen Experten zur Verfügung gestellt und die Koordination des Arbeitstisches übernommen.“

In der Folge wurde mit der konkreten Umsetzung des Superbonus 110 Prozent für Südtirol begonnen und Info-Websites und Werbekampagnen lanciert sowie ein Arbeitstisch für die nötigen Änderungen am Raumordnungsgesetz einsetzt. Für die Auftraggeber hat die Gesellschaft Euregio Plus einen eigenen Fonds eingerichtet, während die Agentur für Energie Südtirol – Klimahaus ein Dienstleistungspaket insbesondere in Bezug auf die erforderlichen Nachweise erstellt hat.

„Mit unserem Angebot möchten wir den Bauherrn und den Planern zur Seite stehen, um in den Genuss dieser großzügig angelegten, aber auch sehr komplexen Fördermaßnahme zu kommen“, betont Ulrich Santa, Generaldirektor der Agentur für Energie Südtirol – Klimahaus.

Erster alternativer Investmentfond in Italien

Die Gesellschaft Euregio Plus hat den italienweit ersten alternativen Investmentfonds zum Superbonus 110 Prozent ins Leben gerufen - den Euregio Plus Green Economy Fonds. Generaldirektor Sergio Lovecchio betont: „Das Interesse bei Investoren, aber auch bei den Kondominiumsverwaltern, Unternehmen und Planern ist groß, auch dank einer kostenlosen digitalen Plattform, die den Prozess vorantreibt.“ Ziel ist es, so Euregio Plus-Präsident Alexander Gallmetzer, „die heimischen Unternehmen bei den Maßnahmen zur energetischen Sanierung finanziell zu unterstützen.“

Kampagne Superbonus 110 Prozent JETZT

Seit kurzem läuft die Informationskampagne der Agentur für Presse und Kommunikation des Landes, um die Bürger über die Möglichkeiten des Superbonus 110 Prozent zu informieren. Alle Einzelheiten dazu finden sich auf den Webseiten des Landes im Bereich Umwelt.

lpa

Alle Meldungen zu: