Die Säumigen in den Gemeinden haben noch bis 31. Dezember Zeit, um ihre Schuldposition zu begleichen, sonst werden sie laut Wahlordnung nicht mehr auf die SVP-Listen gesetzt. 2010 geschah dies bei 33, 2015 bei immerhin noch 15 Gemeindeverwaltern.<BR /><BR />Der SVP-Ausschuss hat am Montag die Wahlordnung für die Gemeindewahl erlassen. Alle Kandidaten müssen sich verpflichten, im Falle ihrer Wahl zum Bürgermeister oder Gemeindereferent 4 Prozent der Brutto-Aufwandsentschädigung an die Partei zu überweisen. Dasselbe gilt bei Entsendung in bezahlte Ämter der Bezirksgemeinschaften. Die Zahlung hat über Bankeinzug zu erfolgen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67558177_quote" /><BR /><BR />„Die übergroße Mehrheit unserer Mandatare entrichtet die Abgabe ordnungsgemäß“, sagt Landesgeschäftsführer Martin Pircher. Die finanzielle Lage der Partei sei bekannt. „Mit den Parteiabgaben decken wir die laufenden Kosten“, so Pircher. <BR /><BR />Auch, weil die SVP durchgegriffen hat, und 2010 z.B. 33 und 2025 15 säumige Sünder nicht mehr auf ihre Listen für die Gemeindewahl setzte, sei die Zahlungsmoral deutlich besser geworden.<h3> Zahlung bewusst ausgesetzt</h3>Aber eben nicht bei allen. „10 bis 15 unserer Verwalter sind mit ihrer Zahlung im Rückstand“, so Pircher. Und zwar nicht, weil sie es vergessen oder ein Wechsel in der Ratsstube stattgefunden hat. Vielmehr wurde die Zahlung bewusst ausgesetzt. <BR /><BR />Die Erklärungen reichen von den Einschränkungen in der Corona-Pandemie bis zu Vorhaben in den Gemeinden, die aufgrund von Verzögerungen auf Landesebene nicht schnell genug über die Bühne gingen. Einige wollen nicht mehr kandidieren und verlassen das Feld unehrenhaft, obwohl sie eine schriftliche Erklärung über die Abgaben unterzeichnet haben.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67565031_quote" /><BR /><BR />Bis 31. Dezember haben die Säumigen nun Zeit, ihre Schuld zu begleichen. Ob die Partei weitere Aufschübe gewährt, ist offen. Laut Wahlordnung wäre der allerletzte Abdrücker die Einreichung der Kandidatenlisten einen Monat vor der Wahl. In Vergangenheit war man in der Brennerstraße aber nicht so kulant und schickte die eingeschriebenen Briefe mit der Mitteilung, dass jetzt Schluss mit lustig sei, zu Jahresbeginn.<BR /><BR />„Wir werden mit allen reden und eine gute Lösung finden“, sagt Landessekretär Harald Stauder. In Vergangenheit hat die SVP die Namen der Säumigen bekanntgegeben. Davon hält er wenig. <h3>Parteien: Wer wie viel an seine Bewegung entrichtet</h3>Alle Parteien haben klamme Kassen, weshalb ihre größten Spender die eigenen Mandatare sind. Auf <Fett>Gemeindeebene</Fett> müssen SVP-Bürgermeister und Referenten monatlich 4 Prozent vom Brutto-Salär an die Partei abführen. In Bozen sind für die SVP-Vertreter im Stadtrat 266 Euro fällig; die Grünen „verlangen“ 450 Euro. Auch im <Fett>Landtag</Fett> bitten die <Fett>Grünen </Fett>ihre Mandatare am stärksten zur Kasse. „Unsere Abgeordneten entrichten 2200, ich 2400 Euro an die Partei“, sagt die Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa. Von ihrer Zulage als Fraktionsführerin fließen 600 Euro in einen Spesenfonds, 200 an die Partei. Dicht dahinter folgt die <Fett>Süd-Tiroler Freiheit</Fett>, deren Abgeordnete laut Sven Knoll 2000 Euro an die Bewegung abführen. Bei der <Fett>SVP</Fett> sind die <Fett>Parteiabgaben gestaffelt</Fett>: 954 Euro für den Landeshauptmann, 889 Euro für Landesräte, 652 Euro für Abgeordnete. Mit 600 Euro am wenigsten zahlen die Abgeordneten des <Fett>Team K</Fett> an ihre Partei. Die SVP-Mandatare in <Fett>Rom und Brüssel</Fett> entrichten monatlich jeweils 1000 Euro an die Partei.