<BR /> Doch der Reihe nach: Während die SVP im Senat seit 25 Jahren ihre eigene Autonomiegruppe hat, gehören ihre Abgeordneten in der Kammer der gemischten Fraktion an. Deren Sprecher ist Manfred Schullian, doch dass die SVP den Vorsitzenden stellt, ist kein Muss. In der gemischten Fraktion gibt es Untergruppen, darunter auch jene der SVP. Eine eigene Fraktion wie im Senat konnte man aber nie bilden. <BR /><BR />Jetzt rückt dieses Ziel nahe. Die Kammer hat ihre Geschäftsordnung an die Verkleinerung auf 400 Parlamentarier angepasst. Waren bisher 20, so sind künftig 14 Abgeordnete nötig, um eine Fraktion zu bilden. Eine Ausnahme gibt es für die Minderheiten. „In der Regel reichen für Abgeordnete sprachlicher Minderheiten und aus Regionen mit Sonderstatut sieben Mandatare. Es können aber auch weniger sein“, so Manfred Schullian.<BR /><BR /> Wer eine eigene Fraktion hat, sitzt bei allen Treffen der Fraktionssprecher am Tisch, bestimmt selbst über Finanzen, hat mehr Redezeit. Um auf sieben zu kommen, muss man aber Abgeordnete anderer Parteien „ausleihen“, was Entscheide nicht erleichtert. „Es ist eine neue Möglichkeit. Ob wir sie nutzen, entscheidet sich nach der Wahl 2027“, so Schullian. SVP-Chef Dieter Steger spricht von einem großen Schritt nach vorne, der mehr Sichtbarkeit, Autonomie und Mitsprache garantiere. Derzeit muss sich die SVP ihre Redezeit mit „Più Europa“ und dem Rechtsaußen Roberto Vannacci teilen. „Von nicht existierenden politischen Gemeinsamkeiten gar nicht zu reden“, so Steger. Eine eigene Gruppe habe man lange anvisiert.