Auf der von Steger einberufenen Sitzung mit den Obleuten der Ortsgruppen am Parteisitz in der Brennerstraße wurde zwar intensiv diskutiert – ein offizieller Beschluss, wer nun am 23. September als Stadtobmann kandidieren wird, soll aber nicht gefasst worden sein. „Wir sind immer noch im Entscheidungsprozess. Ich bin mir sicher, dass wir eine einheitliche Position finden werden“, sagte der scheidende SVP-Stadtobmann Dieter Steger nach der Sitzung gegenüber diesem Medium.<BR /><BR />Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten gestaltete sich bekanntlich schwierig. Stegers Vorschlag und Wunschkandidat Markus Mattivi, Obmann der Ortsgruppe Neugries, wurde von mehreren wichtigen Ortsgruppen und Interessensvertretern in der Partei nicht gutgeheißen. „Mattivi ist uns vorgesetzt worden“, hieß es Anfang September von einem Mitglied des SVP-Koordinierungsausschusses. Offen gegen Mattivi stellen wollte sich aber vorerst niemand, obwohl es parteiintern brodelte.<BR /><BR />Den Stein ins Rollen brachte schließlich die einflussreiche SVP-Ortsgruppe Gries-Quirein. Bei einer internen Sitzung nur zum Thema „Neuwahl des Stadtobmannes“ am Donnerstagabend, votierte die Ortsgruppe „einstimmig“ gegen Stegers Linie. „Diese Situation bringt derzeit leider nicht wenig Unmut in den verschiedenen Ortsgruppen der Stadt Bozen“, wie die Ortsgruppe in einer Stellungnahme im Anschluss an die Sitzung betonte.<BR /><BR />Weiters beschloss die Ortsgruppe bei der Sitzung vom Donnerstag, dass Steger bis zu den Gemeinderatswahlen im Mai 2025 Stadtobmann bleiben solle. Eine Forderung, die wenige Stunden zuvor bereits von Paula Aspmair, Obfrau der Ortsgruppe Bozen Dorf, gestellt worden war (wir berichteten – siehe digitale Ausgabe) und am Freitag auch von den SVP-Ortsgruppen Rentsch-Bozner Boden und Zwölfmalgreien sowie von den Bauern unterstützt wurde.<h3> Heinrich Corradini als möglicher Kandidat</h3>Am Wochenende ließen dann die Ortsgruppen ihre Forderung, Steger soll bis Mai Stadtobmann bleiben, fallen. Stattdessen soll nun ein Kompromisskandidat her. Wer das aber sein soll, steht bisher nicht fest. <BR /><BR />Unter den möglichen Kandidatennamen, die derzeit im Gespräch sind, fiel auch jener von Heinrich Corradini, Obmann der SVP-Ortsgruppe Gries-Quirein. Ob letztendlich die Wahl für die Steger-Nachfolge auf ihn fällt, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Egal wer es wird, seine Amtszeit wird von kurzer Dauer sein, denn: Im Mai stehen die Gemeinderatswahlen in Bozen an. Danach werden die Ausschüsse der Ortsgruppen neu gewählt und damit auch der neue SVP-Stadtobmann oder die neue SVP-Stadtobfrau – dann aber für eine komplette Mandatszeit.