Freiheitlichen-Obmann Roland Stauder lässt keine Zweifel aufkommen, dass beim Treffen „Tacheles“ geredet wird. Nötigenfalls sei der rechtliche Rahmen in Rom auszudehnen, um die deutsche Schule zu schützen, sagt SVP-Sekretär Harald Stauder.<BR /><BR />Die Sprachförderklasse an der Bozner Goetheschule, in der Kinder ohne Deutschkenntnisse zusammengelegt werden sollten, war „das“ heiße Eisen des Sommers – und fast noch mehr, wie schnell sie von der Landesregierung als unzulässige „Sonderklasse“ abgewürgt wurde.<BR /><BR /> Um Geschlossenheit zu zeigen setzte die SVP am Freitag eine Arbeitsgruppe zur deutschen Schule ein, die pikanterweise nicht von Landesrat Philipp Achammer, sondern Landessekretär Harald Stauder geleitet wird. <h3> Nicht auf Arbeitskreise warten</h3>Der hat allerdings einen Bruder, der ebenfalls in der Politik mitmischt und nicht auf Arbeitskreise in der SVP warten will. „Ich habe die Einberufung des Koalitionsausschusses beantragt“, bestätigt Freiheitlichen-Obmann Roland Stauder. Mehr sagt er derzeit nicht, ist aber auch gar nicht nötig. Offen hatte er den politisch Verantwortlichen im Bildungsbereich, sprich Landesrat Achammer, letzte Woche „Untätigkeit“ vorgeworfen. Man sitze das Problem aus bis das 3. Mandat als Landesrat abgelaufen sei, so Stauder. <BR /><BR />Derweil werde das Problem von Kindern anderer Sprachgruppen, welche die deutsche Schule ohne Kenntnis der deutschen Sprache fluten, immer größer. Im Pausenhof sei die Umgangssprache an vielen Schulen in den Städten und im Unterland mittlerweile Italienisch.<BR /><BR /><embed id="dtext86-66469097_quote" /><BR /><BR /><BR /> Beratungsgespräche hin, geöffnete Klassenverbände her: Genutzt habe alles nichts. „Es kann nicht sein, dass jedes Jahr eine neue Generation muttersprachlich deutscher Kinder mit schlechteren Bildungschancen an der Start geht und man hat wieder nichts getan, um das Problem zu lösen“, so Stauder. Nötigenfalls sei der rechtliche Rahmen in Rom auszudehnen.<BR /><BR />Dem Koalitionsausschuss gehören neben Landeshauptmann Kompatscher je 2 Vertreter der 5 Parteien in der Landesregierung an und zwar die jeweiligen Fraktionssprecher und die Parteivorsitzenden. Im Fall der SVP sind dies Dieter Steger und Harald Stauder. Mit am Tisch sitzen auch die Landesräte Achammer und Marco Galateo.<h3> Kritik an italienischen Partnern</h3>Angesetzt wurde die Aussprache für Freitag nach der Landtagssitzung. „Ich finde es sinnvoll, das Thema aufs Tapet zu bringen“, so Harald Stauder. Die SVP werde in ihrer Arbeitsgruppe nach Lösungen suchen. „Wenn es rechtlich bessere Möglichkeiten als die derzeitigen gibt, werden wir sie ausnutzen bzw. sie in Rom einfordern.“<BR /><BR /> Tacheles wird aber wohl auch mit den italienischen Partnern zu reden sein. Sie hätten die Möglichkeit, ein zweisprachiges Angebot auf die Beine zu stellen. Nur zu sagen, es fehle dazu an Lehrern, sei zu wenig, heißt es auf deutscher Seite. Zudem sei an der Attraktivität der italienischen Schule zu arbeiten. Viele italienische Eltern schicken ihre Sprösslinge auch deshalb in die deutsche Schule, weil diese „funktioniert“.