Die SVP-Leitung hat sich am Montagnachmittag mit der Qualität des Sprachunterrichts an Südtirols Schulen befasst. „Der Wert der Mehrsprachigkeit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden“, so SVP-Obmann Richard Theiner. „Es muss unser Ziel sein, den Sprachunterricht weiter zu verbessern und den neuen Herausforderungen anzupassen.“Martha Stocker, Vorsitzende des vom Südtiroler Landtag eingesetzten Sonderausschusses Zweitspracherwerb, stellte der Parteileitung den Abschlussbericht der Kommission vor.Darin wird unter anderem auf die Bedeutung der Motivation für den Spracherwerb, die Situation der Zweitsprachenlehrpersonen, die Zertifizierung des Sprachniveaus, die Anzahl von nötigen Unterrichtsstunden und die Bedeutung außerschulischer Tätigkeiten eingegangen.„Der Zweitsprachenunterricht läuft nicht gut“ Dem Zweitsprachenunterricht mangle es durch den ständigen Wechsel an didaktischer Kontinuität.„An dieser Situation leidet besonders die Peripherie“, erklärte Stocker. „Hätten die Eltern in den Tälern das Gefühl, der Zweitsprachenunterricht laufe gut, dann wären viele aktuelle Diskussionen nun gar nicht auf der Tagesordnung.“Dem Lehrermangel im Zweitsprachenunterricht könnte durch Berufungen von außerhalb des Landes entgegengewirkt werden, so Stocker.Diese Lehrpersonen müssten aber durch besondere Anreize an Südtirol gebunden werden. SSollte dies nicht gelingen, müsste man Lehrer der zweiten Sprache in der deutschen Schule auch aus der deutschen Volksgruppe nehmen, was allerdings im Widerspruch zum Art. 19 des Autonomiestatutes stehe.Auf Stockers Bericht folgte eine Reihe von Vorschlägen zur Verbesserung des Sprachunterrichts in Südtirol.Klare Absage an Immersion Eine lebhafte Diskussion gab es sowohl zum Erwerb der Muttersprache als auch zum Unterricht der Zweit- und Drittsprache.Die SVP-Leitung hielt daran fest, dass die oft zitierte Immersion nicht die Lösung sein könne.Sehr positiv äußerten sich die Mitglieder der SVP-Leitung zu verschiedenen Austauschprojekten, lehnte diese aber für Grund- und Mittelschulen prinzipiell ab.Ein wichtiger Ansatz zum Zweitsprachenerwerb könnte jedoch die Sommerbetreuung in ihren verschiedenen Formen sein.Vorschläge ausarbeiten: In zwei Monaten fundierte DiskussionDie SVP-Leitung beauftragte Bildungslandesrätin Sabina Kasslatter Mur, SVP-Obmannstellvertreterin Martha Stocker, Landtagsabgeordnete Veronika Stirner Brantsch und Klaus Runer, den stellvertretenden Vorsitzenden des SVP-Ausschusses für Heimat, Schule, Kultur und Sport, nun Vorschläge zur Verbesserung des Spracherwerbs zu sammeln.Diese sollen in zwei Monaten der Parteileitung präsentiert werden.