Dienstag, 12. Oktober 2021

SVP Meran: „Keine Empfehlung für die Bürgermeister-Stichwahl“

Die Meraner SVP wird keine Empfehlung für die Stichwahl am 24. Oktober abgeben. Das hat das Stadtkomitee am Montagabend entschieden, bestätigt dessen Vize-Obmann Reinhard Bauer: „Das System Wahlempfehlung ist überholt. Die Wähler sollen selbst frei entscheiden.“

Zwischen 2 Männern im Bürgermeisterwahlkampf aufgerieben worden:   Katharina Zeller  zwischen Paul Rösch (links)  und Dario Dal Medico beim Triell. „Vielleicht ist Meran noch nicht bereit für eine junge Frau als Bürgermeisterkandidatin“, meinte Zeller am Montag zu ihrem Abschneiden.
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Zwischen 2 Männern im Bürgermeisterwahlkampf aufgerieben worden: Katharina Zeller zwischen Paul Rösch (links) und Dario Dal Medico beim Triell. „Vielleicht ist Meran noch nicht bereit für eine junge Frau als Bürgermeisterkandidatin“, meinte Zeller am Montag zu ihrem Abschneiden. - Foto: © lu
„Meran ist ein bisschen wie ein Laboratorium für die Landtagswahl. Deswegen wird Bozen sehr genau schauen, was in Meran passiert ist und passiert“, sagt Paul Rösch, der in den jüngsten Gemeinderatswahlen die meisten Stimmen auf sich vereinen konnte. Dass die Lega fast kannibalisiert wurde und die SVP – trotz beherztem Wahlkampf von Newcomerin Katharina Zeller – zum dritten Mal in Folge eine historische Niederlage kassierte, wird angesichts der Landtagswahlen 2023 zu denken geben.

Während Dario Dal Medico und seine beiden italienischen Bürgerlisten den Erdrutschsieg im italienischen Lager auskosteten und damit kokettierten, dass die SVP und Katharina Zeller nun die Wahl hätte, ihre Vizebürgermeisterin zu werden, nahmen Rösch und Madeleine Rohrer auf der Straße den Zuspruch in Form von „Daumen hoch“ und „Nur weiter so“-Rufen freudestrahlend entgegen.

Indessen hat die SVP schon am Montagabend in einer Stadtkomitee-Sitzung mit der Aufarbeitung der schmerzhaften Niederlage begonnen. Einen Grund für das miserable Abschneiden sieht die Meraner SVP auch im Palais Widmann mit unpopulären Covid-Entscheidungen der Landesregierung.

Für die Stichwahl will die Stadt-SVP jedenfalls keine Empfehlung abgeben, sagt der Vize-Obmann des Stadtkomitees, Reinhard Bauer. Der Wähler solle entscheiden, wer neuer Bürgermeister von Meran wird.



„Die Entscheidung dazu ist im Komitee einstimmig gefallen“, sagt Bauer. „Hätten wir es in die Stichwahl geschafft, wäre unsere Wahlempfehlung klar – so steht es uns nicht zu, eine solche abzugeben“, sagt er. Bereits vor der Sitzung habe er entsprechende Stellungnahmen der Komitee-Mitglieder per Telefon erhalten – „darum habe ich dann auch diesen Vorschlag unterbreitet“.

Würde die SVP eine Empfehlung für die Stichwahl am 24. Oktober abgeben, sei das vielleicht ein kurzfristiger Vorteil: „Mittel- und langfristig würde das aber mehr schaden als nutzen. Wir würden an Integrität verlieren, für unsere Identität wäre es ebenfalls kontraproduktiv“, sagt Bauer.

kn/lu