Eine lange Wunschliste haben die SVP-Ortsobleute an die neue Parteispitze. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1024476_image" /></div> <BR /><BR />Viel zu vielen Abgeordneten und Funktionären geht es nicht mehr so sehr um die Partei, sondern um ihre Eigeninteressen, kritisiert der Ortsobmann von St. Martin in Passeier, Heinrich Dorfer. <BR /><BR />„Da wird versucht, alte Rechnungen auf Kosten der Partei zu begleichen. Ich erwarte mir von der Partei, dass dem Einhalt geboten wird. Wir draußen vor Ort leiden dadurch.“ Der Schaden, der durch dieses „Geplänkel“ angerichtet werde, sei enorm. Das merke man dann auch bei der Kandidatensuche für die Gemeindewahlen. Er hoffe deshalb auf Einigkeit und dass „auch mal radikaler durchgegriffen wird“. Zudem sollte der Kontakt zur Basis verstärkt werden. Und: „Unsere Politiker sollten vor Ort mehr präsent sein bei den Bürgern – auch bei größeren Veranstaltungen“, meint Dorfer. Und das nicht nur vor Wahlen. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1024479_image" /></div> <BR /><BR />„Mehr Kontakt zu den Ortsgruppen“ erhofft sich der Ortsobmann von Atzwang, Markus Kompatscher von der neuen SVP-Spitze. Und: „Die Jugend müssen wir hereinbringen. Wir dürfen das Feld nicht den Schreiern überlassen. Andere Politiker setzen sich vor der Jugend in Szene und geben Schlagworte von sich. Das ist Populismus. Aber wenn diese Leute an der Regierung sind – was dann?“, fragt sich Kompatscher. Die SVP müsse sich wieder an das Prinzip der Sammelpartei erinnern: „Jede Meinung muss Platz haben. Die Kompromissfähigkeit ist wichtig. Man muss sich in der Mitte finden. Das ist in letzter Zeit etwas abhanden gekommen. Manche Richtungen sind eher schwach geworden, andere hingegen stark.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1024482_image" /></div> <BR />Margareth Mair Engl, SVP-Ortsobfrau von Vahrn, meint: „Es muss sich sicher etwas ändern in der SVP. Aber die Spitze alleine macht es nicht aus. Es braucht ein Team, das endlich zusammenfindet und gut arbeitet. Das ist wichtig. In jedem Betrieb ist es so: Der Chef allein kann es nicht richten. Alle müssen mitarbeiten, Frieden wollen und Frieden leben. Auch in einer Familie ist es so: Dort kann auch nicht die Mama allein schaffen – es müssen alle helfen, damit der Zusammenhalt gelingt. Wenn jemand ausschert oder immer dagegenarbeitet, dann geht das nicht.“ An der Spitze der SVP brauche es eine starke Person, die gut führt und die auch einmal ein Machtwort spricht“. Dieter Steger habe bei der Neuwahl der Leitung des Bezirkes Eisacktal in Vahrn einen guten Eindruck hinterlassen. Steger habe viel Erfahrung. Nun müsse man abwarten, ob bei der Wahl der Obmann-Stellvertreterinnen „eine Erneuerung möglich ist“.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1024485_image" /></div> <BR />Die Kommunikation nach außen sollte sich ändern, meint der Ortsobmann von Überwasser (Kastelruth), Patrick Bergmeister. „Die Kommunikation muss moderner und digitaler werden, um auch die jungen Wähler besser und effizienter zu erreichen“. Das Parteistatut sollte angepasst werden: Bei den Landtagswahlen sollten die besten Köpfe als Kandidaten auf die SVP-Liste – unabhängig von den heute geltenden Regeln. Es könne nicht sein, dass man zum Beispiel eine gute Kandidatin aus einem Bezirk nicht aufstellen könne, weil es aus diesem Bezirk bereits gute Frauen im Landtag gebe. Die Parteispitze müsse zudem eine Parteienfinanzierung aufbauen, meint Bergmeister: „Demokratie muss und darf etwas kosten“, ist der Vorsitzende der Finanzkommission überzeugt. „Finanziell sind wir mittlerweile sehr gut handlungsfähig. Aber es braucht Geldmittel, um Demokratie betreiben zu können“, sagt der Ortsobmann.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1024488_image" /></div> <BR /><BR />Josef Pfeifhofer, SVP-Ortsobmann von Sexten, erwartet sich, dass der neue SVP-Obmann und seine Stellvertreterinnen mehr zu den Ortsgruppen hinausgehen. Da die Ortsgruppen die Mitgliedsbeiträge einsammeln, bräuchten sie auch mehr Informationen. Pfeifhofer betont auch: „In die Partei muss mehr Ruhe einkehren – auch im Hinblick auf die Gemeindewahlen. Untereinander können die Politiker ja streiten, aber wenn das nach außen getragen wird, dann sind die Ortsobleute die Leidtragenden und müssen sich dann vor den Bürgern rechtfertigen, wenn sie die Mitgliedsbeiträge kassieren.“ Auch sollten die Ortsobleute „jederzeit zum Obmann oder zu den Landespolitikern gehen können, damit wir Gehör finden.“ Weiters müsse mehr unternommen werden, um die Jugendlichen zu erreichen – über die sozialen Medien. „Wir haben in Sexten nicht einmal einen Jugendvertreter“, berichtet Pfeifhofer. In den Dörfern draußen seien die SVP-Mitglieder meist über 40 Jahre alt.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1024491_image" /></div> Katharina Zeller, Stadtkomitee-Obfrau in Meran, begrüßt es, dass heute eine neue Parteispitze gewählt werden kann. „Dies bietet uns die Möglichkeit, uns intern neu aufzustellen und geeint in die Zukunft zu gehen, indem wir uns auf die wichtigen Herausforderungen der Zeit konzentrieren. Dabei ist es unerlässlich, in die Kommunikation zu investieren, um Vertrauen aufzubauen und eine gemeinsame Vision zu vermitteln. Wir müssen alles daran legen als Partei wieder stark und geschlossen aufzutreten“, meint Zeller.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1024494_image" /></div> <BR />Auch Fabian Kobald, Ortsobmann von Martell, meint: Gegenüber der Jugend müsse die Partei noch an Attraktivität zulegen – und das gehe nur mit innerparteilichem Diskurs. „Niemand mag es, wenn nur eine Linie gefahren wird“, ist Kobald überzeugt. Deshalb sollte mehr Diskurs zugelassen werden. Es brauche eine gesunde, gute Konfliktkultur innerhalb der Partei, betont Kobald. „Junge Leute wollen keine Parteileute mehr sein, sondern ungezwungen Gemeindepolitik machen. Auch denen sollte man eine Chance geben, mitzugestalten“, meint Kobald. Dass die SVP jetzt verstärkt über die sozialen Medien versuchen sollte, die Jugendlichen zu erreichen, etwa mit Videos, – davon hält der Marteller Ortsobmann nicht viel: In den sozialen Medien wird eher oberflächlich kommuniziert und die Botschaften sind auf die psychologische Wirkung ausgelegt, meint Kobald.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1024497_image" /></div> <BR />Die Ortsobfrau von St. Walburg/Ulten, Monika Karnutsch, erhofft sich von der neuen Parteispitze, „dass es gelingt, Ruhe in die Partei zu bringen. Die Partei soll geschlossen auftreten und zusammenhalten. Wir sollten alle an einem Strang ziehen. Wichtige Probleme, die zwar oft diskutiert, aber nicht gelöst sind, sollten angegangen werden wie leistbares Wohnen, eine Erhöhung der Mindestrenten und angemessene Löhne. Hingegen sollte es weniger um Posten gehen“.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />