„Ich habe Vertrauen in Monti und glaube, dass das Team von Experten, das er um sich geschart hat, es schaffen kann, den maroden Staatshaushalt zu sanieren", so Landeshauptmann Luis Durnwalder am Mittwoch. In Italien müssten allerdings endlich die strukturellen Reformen angegangen werden, die schon seit Jahren aufgeschoben würden und die für die heutige Krise mitverantwortlich seien. Durnwalder: „Der Bevölkerung reinen Wein einschenken“Der Landeshauptmann appellierte heute an Montis Regierung, der Bevölkerung reinen Wein über die tatsächlichen Ausmaße der Krise einzuschenken: „Die neue Regierung muss den Mut haben, Transparenz zu schaffen und der Bevölkerung zu sagen, wie es tatsächlich um Italien steht, auch wenn dies eine Wahrheit ist, die unbequem ist", so Durnwalder.Er sei überzeugt, dass Italien stark genug sei, sich selbst aus der Krise zu retten. „Dies aber nur, wenn auch wirklich alle am selben Strang und in dieselbe Richtung ziehen."Südtirol könne laut Durnwalder dem Staat als Vorbild dienen. „In Südtirol haben wir schon früh verstanden, dass man so nicht wirtschaften kann, wir zielen in der Landesregierung daher schon seit jeher auf einen ausgeglichenen Haushalt."Pinzger: „Schlanke Regierung ist positiv“SVP-Senator Manfred Pinzger verfolgt die Regierungsbildung vor Ort. „Unsere Haltung zu dieser ausschließlich aus Technikern zusammengestellten Regierungsmannschaft werden wir selbstverständlich vom Programm abhängig machen, das morgen der neue Ministerpräsident Mario Monti zuerst im Senat vorstellen wird.“ „Äußerst positiv“ bewerte er den Umstand, dass es sich um eine schlanke Regierung handle. „Zwei sehr wichtige Ministerien, und zwar jenes für Wirtschaftsförderung und jenes für Infrastruktur und Transport, werden aus wirtschaftsstrategischen Gründen zusammengelegt.“ Auch, „dass in der neuen Regierungsmannschaft die Frauen Schlüsselpositionen besetzen werden“, begrüßt Pinzger.Welche Position die neue Regierung zur Südtiroler Sonderautonomie sowie für die fast ausverhandelten Angelegenheiten wie Mailänder Finanzabkommen, Nationalpark Stilfser Joch und Toponomastik-Regelung einnehmen wird, werde sich im Laufe der kommenden Wochen herausstellen. „Wir werden alles Mögliche unternehmen, damit diese Fragen ein für allemal geklärt werden“, so Pinzger.Thaler Ausserhofer: „Frauen übernehmen Schlüsselressorts“ Auch SVP- Fraktionssprecherin im Senat Helga Thaler Ausserhofer freut sich über die Frauenquote: „Es sind zwar nur drei von den insgesamt sechzehn der heute offiziell vorgestellten Ministern, doch ist es sehr begrüßenswert, dass gerade Frauen Schlüsselressorts wie das Innenministerium, das Justizministerium und das Welfare- und Gleichstellungsministerium übernehmen werden“. Nach einer ersten Durchsicht setze sich das neue Kabinett aus fachlich hoch qualifizierten Persönlichkeiten zusammen. „Der erste Schritt ist damit getan.“Theiner: „Werden Regierungsprogramm genau unter die Lupe nehmen“Auch SVP-Obmann Richard Theiner begrüßt die rasche Nominierung der Mitglieder der Regierung Monti. „Damit sind die Voraussetzungen für ein rasches Handeln geschaffen, um einen Weg aus der aktuellen Krise in Italien zu finden.“Diese Regierung werde große Aufgaben zur Sanierung des Staatshaushaltes und zum Abbau der enormen Schuldenlast zu bewältigen haben.„Als Südtiroler Volkspartei werden wir das Regierungsprogramm genau unter die Lupe nehmen, die Schritte der neuen Regierung beobachten und ihre Arbeit nach der Haltung zur Autonomie Südtirols bewerten“, so Richard Theiner.