Mittwoch, 22. Februar 2017

SVP-Spitzenmann nimmt Flüchtling zu Hause auf

Immer dann, wenn irgendwo in Südtirol eine neue Flüchtlingsunterkunft entsteht, wird ein Ruf laut: Die – die Politiker – sollen die Flüchtlinge doch bei sich zu Hause aufnehmen! Gerhard Duregger, Landessekretär der SVP, hat genau das getan.

Die Familie von Gerhard Duregger (links) hat Alidad (rechts), einen Flüchtling aus Afghanistan, in ihr Haus am Ritten aufgenommen. - Foto: Screenshot/Video UNHCR
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Die Familie von Gerhard Duregger (links) hat Alidad (rechts), einen Flüchtling aus Afghanistan, in ihr Haus am Ritten aufgenommen. - Foto: Screenshot/Video UNHCR

Im Heim von Gerhard Duregger, seit August Landessekretär der SVP, wohnt seit vielen Jahren ein junger Mann namens Alidad, 25 Jahre alt. Als die Taliban seine Mutter, seine Oma und seine Schwester ermordeten, floh er aus seiner Heimat Afghanistan. Nun wohnt er am Ritten. Zusammen mit Gerhard Duregger, seiner Frau Sabine und den Kindern des Paares.

Kennengelernt haben sich Alidad und Duregger schon vor vielen Jahren, vor rund zehn Jahren nahm die Familie den Flüchtling zu Hause auf. In einem Video, das vergangene Woche das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR auf seiner Facebook-Seite postete, erzählen Alidad, Sabine und Gerhard Duregger von ihrem Leben und ihrer Entscheidung. Sabine sagt darin: „Ein Nachbar meinte einst: Seit ihr euch sicher, einen Afghanen bei euch aufnehmen zu wollen? Da weiß man nie, ob der nicht irgendwann Bomben legt.“

Doch die Familie zweifelte nicht – und hat die Entscheidung, Alidad aufzunehmen, bis heute nie bereut. Der SVP-Landessekretär sagt dazu: „Unser Leben ist kein geschlossener Kreis. Wenn man sich öffnet, kommt neues Leben hinzu – und dein eigenes wird dadurch reicher.“ Auch die Kinder profitierten von der Erfahrung: „Sie lernen neue Lebens- und Denkweisen kennen.“

Alidad schließt in Kürze sein Philosophie-Studium ab. Immer weiter zu lernen, das hatte sein Vater ihm geraten.

stol

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