Im Interview mit s+ erklärt er, warum er das Handtuch wirft, was er nun vorhat und was er vom derzeitigen Zustand der SVP hält.<BR /><BR /><b>Herr Ganner, bis gestern wollten Sie es noch wissen und um den Posten des SVP Bezirkschefs antreten. Warum werfen Sie jetzt das Handtuch?</b><BR />Ganner: Ich schicke voraus, dass ich in den vergangenen 3 Jahren mit Überzeugung die Arbeit als Bezirksobmann ausgeübt und versucht habe, die Interessen unseres Bezirks in den Parteigremien zu vertreten. Im Bezirk herrschte auch bis zu den anstehenden Wahlen ein gutes Klima mit den Ortsgruppen sowie in der Bezirksleitung. Leider werfen die parteiinternen Streitigkeiten nun auch ihre Schatten auf den Bezirk, was notgedrungen zu Blockbildungen geführt hat.<BR /><BR /><b>Daraus wollen Sie sich heraushalten?</b><BR />Ganner: Ich bin nicht bereit, diese Entwicklung mitzumachen und nehme mich im Interesse der Partei aus dem Rennen.<BR /><BR /><b>Ist das Klima so ungut?</b><BR />Ganner: Ich setze mich dem nicht aus. Ich bin mir für diesen Streit zu schade und möchte mich deshalb aus dem Rennen nehmen – auch zum Wohle der Partei.<BR /><BR /><b>Innerhalb der SVP Meran hat es im Vorfeld immer wieder geheißen, Sie seien nicht unbedingt ein Sympathieträger...Hat Ihnen das jemand auch gesagt?</b><BR />Ganner: Ich kann nur feststellen, dass wir im Bezirk in den vergangenen 3 Jahren ein gutes Arbeitsklima hatten und ich mit Aussagen dieser Art nie konfrontiert worden bin. Es ist befremdlich und bezeichnend, dass gerade jetzt von gewissen Kreisen solche Behauptungen aufgestellt werden, ohne dass mit dem Unterfertigten vorab gesprochen wurde.<BR /><BR /><b>Ein weiterer Kritikpunkt war aus der Meraner SVP war: Nach der Meraner Wahlschlappe hatte Ganner von uns allen einen Schritt zurück verlangt, wieso tritt aber ausgerechnet er wieder zur Bezirkswahl an?</b><BR />Ganner: Das ist doch ein rein meraninternes Thema und betrifft die Vorgehensweise nach der Wahlniederlage 2020. Ich habe damals meinen Rücktritt Ortsobmann von Obermais erklärt, da ich der Meinung war, dass die gesamte politische Führung der Stadt Meran die Verantwortung für die Niederlage übernehmen sollte. Ich erinnere daran: Mein Schritt hat in der Folge zur Erneuerung der SVP in Meran geführt. <BR /><BR /><b>Und jetzt?</b><BR />Ganner: Jetzt werde ich mich aus der aktiven Politik zurückziehen und als einfaches Parteimitglied die weitere Entwicklung kritisch verfolgen.<BR /><BR /><b>Warum geben Sie Ihren Rücktritt erst heute bekannt und nicht bereits am vergangenen Montagabend bei der Bezirksleitungssitzung?</b><BR />Ganner: Ich habe Zeit in diese Entscheidung investiert, habe für mich persönlich, meine Tätigkeit als Bezirksobmann hinterfragt, und bin zum Punkt gekommen, dass eine Weiterführung der Funktion für mich keinen Sinn macht.<BR /><BR /><b>Befürchteten Sie, dass Ihnen die Felle davonschwimmen?</b><BR />Ganner: Welche Felle? Ich habe mich immer ehrenamtlich und mit hohen Einsatz der Aufgabe gewidmet und kann somit ruhig in den Spiegel blicken; ich habe einfach keine Lust mehr, Vorgehensweisen zu erleiden, die mit meinem Werteverständnis nicht konform gehen. <BR /><BR /><b>Sie sagten, die Parteistreitigkeiten auf Landesebene hätten auch ihre Schatten aufs Burggrafenamt geworfen. Waren diese beiden Lager auch im Burggrafenamt zu spüren?</b><BR />Ganner: Ich denke schon, ansonsten kann ich mir die Verbissenheit, mit der die letzten beiden Monate gegen mich gearbeitet wurde, nicht erklären. <BR /><BR /><b>Welchem Lager gehören Sie an?</b><BR />Ganner: Ich bin gewohnt mit meinem eigenen Kopf zu denken und zu handeln. Dies passt nicht immer ins Konzept.<BR /><BR /><b>Ihr Kommentar zum derzeitigen Zustand der Partei?</b><BR />Ganner: Die SVP ist ein Erfolgsmodell und funktioniert in weiten Teilen sehr gut. Denken Sie an die Bürgermeister, Gemeindeverwaltungen und Ortsgruppen, die sich ehrenamtlich täglich für die SVP engagieren. Das Problem besteht in der Führungsriege, die durch verschiedene Streitpunkte, die sich in den letzten Jahren ergeben haben, sich in einen scheinbar unüberwindbaren Streit manövriert hat. Diese Blockade gilt es unverzüglich zu überwinden und ich bin überzeugt, dass dies nur über den Druck der Basis möglich ist. <BR /><BR /><b>Reichen die personellen Konsequenzen aus?</b><BR />Ganner: Es ist höchst an der Zeit, dass sich die maßgeblichen Interessensträger – Landeshauptmann und Parteiobmann – auf eine gemeinsame Zukunft einigen und die gegenseitigen Feindseligkeiten unterlassen, ansonsten kommt die Partei niemals zur Ruhe. Im Moment geschieht leider das Gegenteil.<BR /><BR /><b>Gehen Sie im Groll?</b><BR />Ganner: Nein, ich möchte allen Ortsgruppen und den Mitgliedern der Bezirksleitung für die Zusammenarbeit danken. Groll hege ich keinen. Wenn, dann Enttäuschung über meine Obermaiser Ortsgruppe, die nicht einmal imstande war, eine Ortsausschusssitzung hinsichtlich der Nominierungen für die Bezirkswahlen einzuberufen.