„Die Sprachgruppenerhebung ist Voraussetzung für die Anwendung des Proporzes, der vor allem für die deutsche und die ladinische Minderheit von grundsätzlicher Bedeutung ist“, so Theiner. Bei der Volkszählung 2001 hatten sich 69,15 Prozent der Bevölkerung deutsch, 4,37 Prozent ladinisch und 26,47 Prozent italienisch erklärt.Der Sprachgruppenproporz werde in vielen Bereichen in Politik und Verwaltung angewendet, unter anderem bei der Zuweisung der Stellen im öffentlichen Dienst sowie bei der Aufteilung der Haushaltsmittel für soziale und kulturelle Zwecke. Landeshauptmann Luis Durnwalder betonte, dass die Sprachgruppenerhebung nicht mit der persönlichen Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung, die von den meisten Südtirolern bereits früher abgegeben wurde und bei Gericht hinterlegt ist, zu verwechseln sei. Die Sprachgruppenerhebung im Rahmen der Volkszählung diene der statistischen Erhebung der deutschen, italienischen und ladinischen Sprachgruppen in Südtirol - eben des Proporzes.Im Namen der Ladiner erklärte SVP-Obmannstellvertreterin Paola Bioc Gasser, dass der Proporz für die kleinste Minderheit von extremer Wichtigkeit sei. Sie wünsche sich, dass es den Ladinern gelinge, anteilsmäßig zuzulegen. Deshalb lud Bioc Gasser alle Ladinerinnen und Ladiner, die nicht mehr in den ladinischen Tälern leben, sich zu ihrer Volksgruppe zu bekennen und sich ladinisch zu erklären.