Die Kundgebungsteilnehmer sollten lediglich brennende Kerzen in der Hand halten und auf diese Weise der Toten der Revolte gedenken.Unter syrischen Aktivisten entbrannte eine Debatte darüber, ob sich die Kundgebung unter den strengen behördlichen Auflagen überhaupt lohne. Einige forderten zur „massenhaften Beteiligung“ auf, um zumindest den geringen Spielraum für die Opposition zu nutzen. Andere äußerten wiederum die Befürchtung, das Regime lasse die Protestbewegung „in eine Falle laufen“.Syrien hat die Zulassung von Demonstrationen und Versammlungen überhaupt erst vor einem Monat juristisch geregelt. Das Gesetz sieht vor, dass Kundgebungen fünf Tage im Voraus beim Innenministerium angemeldet und von diesem auch ausdrücklich genehmigt werden müssen. Demonstrationen für Demokratie und Freiheit haben aber keine Aussicht, die Erlaubnis zu erhalten.Die Behörden hatte es in der Vergangenheit mit massiven Polizeiaufgeboten verhindert, dass die landesweiten Proteste der Regimegegner auf das Zentrum von Damaskus übersprangen. Größere Demonstrationen gab es bislang nur im weiteren Umland sowie in einigen Vororten und Außenbezirken der syrischen Hauptstadt.Bei den seit Mitte März andauernden Unruhen und Protesten gegen das Regime sind nach Angaben von Menschenrechtlern bislang 900 Menschen getötet worden. Darunter sind auch rund 150 Polizisten und Soldaten. In den meisten Fällen schossen Sicherheitskräfte und vom Regime gedungene Heckenschützen in Ansammlungen unbewaffneter Demonstranten. Doch kam es gelegentlich auch vor, dass Gruppen von Bewaffneten Polizei- und Armeeposten angriffen.dpa