Montag, 10. Februar 2020

Syrien: Türkei verstärkt Posten weiter

Angesichts wachsender Spannungen im letzten großen Rebellengebiet Idlib im Nordwesten Syriens hat die Türkei ihre militärischen Beobachtungsposten dort weiter verstärkt. Gleichzeitig nimmt eine Delegation aus Moskau Gespräche zur Waffenruhe in der Region mit Ankara auf.

Recep Tayyip Erdogan  verstärkt die türkischen Grenzposten.
Recep Tayyip Erdogan verstärkt die türkischen Grenzposten. - Foto: © APA (AFP) / ADEM ALTAN
Einem Bericht der Nachrichtenagentur DHA vom Montag zufolge sollen Streitkräfte in der Nacht Posten im Gebiet Idlib mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen, Munition sowie Raketenwerfern beliefert haben.


Bereits am Sonntag hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gemeldet, dass die Türkei seit Freitagabend mehr als 600 Militärfahrzeuge über die türkisch-syrische Grenze gebracht habe.


Die syrische Armee hatte in Idlib sowie in der Provinz Aleppo zuletzt große Geländegewinne verkündet. In den vergangenen Tagen hätten die Truppen von Präsident Bashar al-Assad die Kontrolle über 600 Quadratkilometer zurückgewonnen, teilte die Armee am Sonntag mit. Hunderttausende Menschen sind bereits auf der Flucht – auch in Richtung der türkischen Grenze. Das hatte bei der Türkei, die bereits Millionen syrische Flüchtlinge beherbergt, Besorgnis ausgelöst.


Zudem waren am vergangenen Montag in Idlib unter syrischem Beschuss 7 türkische Soldaten und ein ziviler Mitarbeiter des Militärs getötet worden. Türkische Truppen töteten daraufhin bei einem Vergeltungsangriff mehrere syrische Soldaten. Präsident Recep Tayyip Erdogan stellte Damaskus zudem ein Ultimatum und sagte, dass sich die Armee bis Ende Februar von den türkischen Posten zurückziehen müsse, sonst werde die Türkei die Sache selber in die Hand nehmen.


Die Türkei unterstützt in dem Bürgerkrieg islamistische Rebellen. Sie hatte sich mit Russland als Schutzmacht der syrischen Regierung auf eine Deeskalationszone für Idlib geeinigt und dort die 12 Posten errichtet. 3 sollen Medienberichten zufolge mittlerweile hinter den Linien des vorrückenden syrischen Militärs liegen.


Gespräche mit Moskau laufen


Eine Delegation aus Moskau soll in Ankara am Montag zum zweiten Mal mit türkischen Vertretern zusammentreffen, um die Lage in Idlib zu diskutieren.


Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Montag, dass erste Gespräche am Samstag noch keine Einigung gebracht hätten. Bei den Treffen sprechen die Vizeaußenminister sowie Vertreter anderer Ämter miteinander. Wichtig sei, dass man sich umgehend an die Waffenruhe in Idlib halte. Die syrische Regierung müsse ihre Angriffe stoppen, sagte Cavusoglu. „Mal sehen, ob es am Ende der heutigen Treffen zu einer Einigung kommt.“ Wenn nicht könnten Kremlchef Wladimir Putin und Präsident Erdogan wieder zusammenkommen.

apa