Dienstag, 17. März 2020

Syrien: Viele Schulen wegen Kämpfen nicht nutzbar

Im Konflikt in Syrien geraten auch Schulen immer wieder in die Schusslinie: Wie die Kinderrechtsorganisation Save the Children am Dienstag mitteilte, wurden seit der Eskalation der Kämpfe in der Provinz Idlib vor knapp einem Jahr mehr als die Hälfte der Schulen in der Region im Nordwesten Syriens zerstört oder sind aus anderen Gründen nicht mehr nutzbar.

Bildung sei für die syrischen Kinder „die einzige Chance auf eine bessere Zukunft“.
Bildung sei für die syrischen Kinder „die einzige Chance auf eine bessere Zukunft“. - Foto: © APA (AFP) / AAREF WATAD
Jedes noch funktionierende Klassenzimmer müsse nun 240 Schüler aufnehmen, damit alle schulpflichtigen Kinder in Idlib zur Schule gehen könnten. Allein in den vergangenen 3 Monaten seien mindestens 217 Schulen beschädigt oder stillgelegt worden, teilte Save the Children mit. Seit April vergangenen Jahres seien 570 der einst mehr als tausend Schulen „zerstört, beschädigt oder aufgrund ihrer Lage in einem Kampfgebiet verlassen“ worden.

Bildung als „einzige Chance auf bessere Zukunft“

„Für die Kinder in Idlib und in ganz Syrien ist es lebensnotwendig, dass sie weiter zur Schule gehen und lernen können, selbst inmitten dieses Chaos“, erklärte die Nothilfekoordinatorin von Save the Children in Syrien, Sonja Khush. Die Stabilität und Routine, die von Schulen geboten werde, seien wichtig für die psychische Gesundheit von Kindern und ihre „Fähigkeit, sich von Verlusten und Kriegserfahrungen zu erholen“.
Schulen dürften keine Ziele von Angriffen sein, betonte Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland. Bildung sei für die syrischen Kinder „die einzige Chance auf eine bessere Zukunft“.

Idlib steht seit Dezember unter schwerem Beschuss syrischer Truppen und russischer Kampfjets. Hunderte Zivilisten wurden getötet, knapp eine Million Menschen floh an die türkische Grenze. Am Sonntag fanden in der umkämpften Region erstmals gemeinsame Patrouillen türkischer und russischer Streitkräfte statt, um eine zwischen Moskau und Ankara vereinbarte Feuerpause für Idlib zu beaufsichtigen.

apa/afp