So sei eine syrische Militärstreife nahe der Ortschaft Al-Mounseh 200 Meter tief in libanesisches Staatsgebiet eingedrungen, um fliehende Syrer zu verfolgen, teilte die libanesische Armee am Freitag mit. Der Vorfall habe sich am Donnerstag ereignet. Auch ein libanesisches Militärfahrzeug sei durch Schüsse aus Syrien beschädigt worden.Stunden später schossen syrische Soldaten nahe der Ortschaft Jabal al-Kenaiseh aus Syrien heraus auf libanesisches Staatsgebiet. Ein libanesischer Zivilist wurde verletzt. Die Schüsse trafen mehrere Wohnhäuser in dem Ort, meldete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Im Grenzbezirk Akkar an der Grenze zu Syrien halten sich hunderte syrische Flüchtlinge auf.Die Unruhen in Syrien haben auch im Libanon schwere Auseinandersetzungen zur Folge. Vor allem in Tripoli, der zweitgrößten libanesischen Stadt, war es nach der Auslieferung syrischer islamistischer Flüchtlinge an Syrien zu Zusammenstößen zwischen Sunniten und pro-syrischen Alawiten gekommen. Die libanesische Armee hatte nach Angaben von Menschenrechtsgruppen auch geflüchtete syrische Soldaten ausgeliefert, die sich geweigert haben sollen, auf Demonstranten zu schießen.Syrien hatte seine Truppen 2005 nach 29-jähriger Präsenz aus dem Libanon abgezogen, nachdem es dort zur „Zedernrevolution“ gekommen war. Beistandspakt zwischen beiden StaatenSeit 1991 besteht ein Freundschafts- und Beistandspakt zwischen Damaskus und Beirut, dessen Überarbeitung von den syrienkritischen Kräften im Libanon immer wieder gefordert wird. Auch das Schicksal von rund tausend verschwundenen Libanesen, die in syrischer Haft vermutet werden, wartet auf Aufklärung.Der maronitische Patriarch Bechara Boutros Rai hat in Frankreich die an den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad gerichteten Rücktrittsaufforderungen vehement zurückgewiesen. Ein Zusammenbruch des Baath-Regimes in Damaskus würde die christlichen Minderheiten im Nahen Osten einer großen Gefahr aussetzen, warnte das Oberhaupt der mit Rom unierten größten christlichen Kirche im Libanon anlässlich seines Besuchs bei der französischen Bischofskonferenz im Lourdes. Die syrischen Christen und andere Minderheiten befürchten blutige Verfolgung wie im Irak nach der US-Militärintervention und dem Sturz Saddam Husseins. apa/dpa/afp