Am Freitag demonstrierten Regimegegner in mehreren Städten unter dem Motto „Freitag des internationalen Schutzes“. Allerdings ist sich die Opposition nicht einig, wie weit die Hilfe aus dem Ausland gehen soll.Sollte das Regime weiterhin eine unabhängige Berichterstattung über die Proteste verhindern, wolle man die internationale Gemeinschaft demnächst bitten, eine Flugverbotszone für die syrische Luftwaffe durchzusetzen, sagte ein Sprecher der Protestbewegung am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Außerdem könne man aus der Luft Panzer und Artilleriegeschütze der Armee bombardieren, die gegen Zivilisten eingesetzt würden.Ein Sprecher der sogenannten Koordinationskomitees der Revolution betonte dagegen: „Wir sind immer noch gegen ausländische Einmischung und gegen eine Bewaffnung der Demonstranten.“ Die Regimegegner wünschten sich nur mehr politische Unterstützung aus dem Ausland, „und dass die Staaten, die sich für das Schicksal des syrischen Volkes interessieren, mit einer Stimme sprechen“.Dagegen hielt der russische Präsident Dmitri Medwedew der syrischen Opposition vor, in ihren Reihen seien auch Extremisten und einige Terroristen. Der Kremlchef warnte vor einer Machtergreifung durch „Terroristen“ in Syrien.Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad regte eine Konferenz islamischer Staaten in Teheran an, um die Syrien-Krise beizulegen. Der Iran hat die USA und Israel beschuldigt, Drahtzieher der Proteste gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu sein.Syrische Menschenrechtler berichteten am Freitag, in Deir as-Saur, Homs, Hama und in der Provinz Idlib sei auf Demonstranten geschossen worden. Insgesamt soll es fünf Tote gegeben haben. In der Ortschaft Dschabal al-Sawija sei ein Junge durch eine Schussverletzung gestorben. In Al-Sabadani sollen mehrere Soldaten wegen der Gewalt gegen Zivilisten desertiert sein.Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warf den syrischen Sicherheitskräften vor, sie hätten am vergangenen Mittwoch 18 Verwundete aus dem Al-Barr-Krankenhaus in der Stadt Homs verschleppen lassen. Fünf der Betroffenen seien sogar direkt aus dem Operationssaal geholt worden. Nach Angaben von Aktivisten hatten Regierungstruppen und Milizen am vergangenen Mittwoch bei Einsätzen gegen mutmaßliche Regimegegner in Homs 23 Menschen getötet.Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass der Konfrontation bislang schon mehr als 2200 Menschen zum Opfer gefallen sind. Menschenrechtler sprechen von rund 3000 Toten. Die staatlichen syrischen Medien berichten fast täglich über die Begräbnisse von „Märtyrern“ aus den Reihen der Sicherheitskräfte, die von „bewaffneten terroristischen Banden“ getötet worden seien. dpa