Im Staatsfernsehen war sogar von bis zu 123 Todesopfern die Rede. Es ist die höchste Zahl an Opfern aufseiten des Regimes, die seit Beginn der Proteste offiziell genannt wurde.Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, Regimegegner hätten in der Ortschaft Jisr al-Shogur zudem die Leichen ihrer Opfer geschändet. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht. In der Ortschaft in der Provinz Idlib hatten Sicherheitskräfte in den vergangenen Tagen Proteste der Gegner von Präsident Bashar al-Assad blutig niedergeschlagen.Den Berichten zufolge kamen allein 37 Sicherheitskräfte ums Leben, als Aufständische ein Regierungsgebäude mit Granaten und Maschinengewehren angriffen. 20 Polizisten sei getötet worden, als sie mit ihrem Fahrzeugkonvoi in einem Hinterhalt geraten seien. Acht Wachmänner starben laut Sana bei einem Anschlag auf ein Postgebäude. Dutzende weitere Sicherheitskräfte seien bei Kämpfen in der Ortschaft getötet worden.Hunderte „Terroristen und Verbrecher“ hätten Teile Jisr al-Shogurs unter ihre Kontrolle gebracht, hieß es. Scharfschützen seien auf Dächern in Stellung gegangen, während die Sicherheitskräfte mehrere Gebäude, in denen sich die Angreifer verschanzt hätten, umstellt hielten. Die Bewohner hätten die Sicherheitskräfte „gebeten“, sie zu beschützen.Dagegen berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Arabija unter Berufung auf syrische Oppositionelle, Regierungstruppen würden mit Panzern und Handgranaten gegen die Zivilbevölkerung in Jisr al-Shogur vorgehen.Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad hat in der Vergangenheit mehrfach Ausländer und aus dem Ausland nach Syrien eingesickerte „Terroristen“ für die Unruhen im Land verantwortlich gemacht.In Jisr al-Shogur und Umgebung waren die Sicherheitskräfte bereits in den vergangenen Tagen gewaltsam gegen Oppositionelle vorgegangen. Allein am Sonntag seien dabei in der Provinz Idlib 40 Regimegegner getötet worden, teilte eine in London ansässige syrische Menschenrechtsorganisation mit.Auch am Montag gingen die Demonstrationen in mehreren syrischen Städten weiter. Erneut forderten die Menschen unter anderem in Talbisa und Hama den Rücktritt Assads. In Hama dauerte nach Angaben der Opposition ein Generalstreik bereits den dritten Tag in Folge an.apa