Donnerstag, 22. Oktober 2020

Tägliche Brexit-Verhandlungen geplant: „Zeit ist sehr knapp“

Großbritannien und die EU wollen ab sofort täglich über ein Handelsabkommen und die künftigen Beziehungen zueinander nach dem Brexit verhandeln.

Bis Mitte November kann aus EU-Sicht noch verhandelt werden.
Bis Mitte November kann aus EU-Sicht noch verhandelt werden. - Foto: © APA (AFP) / DANIEL LEAL-OLIVAS
„Die Zeit ist jetzt sehr knapp“, sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Donnerstag. Sollte keine Einigung möglich sein, werde es zu einem harten Brexit ohne genaue Regelungen für den Handel kommen.

Beide Seiten hätten sich deswegen darauf verständigt, die Gespräche zu intensivieren. Deswegen werde ab Donnerstag zunächst täglich beraten, inklusive der Wochenenden.

Ende des Jahres läuft die Übergangszeit aus, in der das Vereinigte Königreich noch EU-Regeln anwendet. Danach droht Chaos. Das könnte die Wirtschaft hart treffen. Neue Zölle auf viele Produkte wären dann wohl an der Tagesordnung.

Bis Mitte November kann noch verhandelt werden

Als besonders strittige Themen gelten Regeln für einen fairen Wettbewerb, Streitschlichtungsverfahren und Fischerei-Fangquoten in britischen Gewässern. Zuletzt wollte keiner der beiden Seiten große Kompromisse machen, weswegen die Gespräche seit dem Sommer stockten. Ein Diplomat sagte Reuters, die Fisch-Fangquoten müssten dringend gelöst werden. Der Rest sei mehr oder weniger machbar.

Aus EU-Sicht kann noch bis Mitte November verhandelt werden. Dann sollte ein Abkommen stehen, damit die Parlamente genug Zeit haben, es noch in diesem Jahr zu ratifizieren.

apa