Mittwoch, 06. Januar 2016

Tag der Trikolore: „Nicht weiter problematisch“

Neues Jahr, alter Streit: Am 7. Jänner begeht Italien den „Tag der Trikolore“. Der Südtiroler Schützenbund und die Rechtsparteien rebellieren. Der Landeshauptmann beschwichtigt: Alles halb so wild.

Badge Local
Foto: © shutterstock

Dass Italien Anfang Jänner seine Flagge hisst, dagegen hat Elmar Thaler nichts. Alljährlich müssen öffentliche Gebäuden am 7. Jänner beflaggt werden.

Dass das Regierungskommissariat Südtiroler Bürgermeister dazu aufruft, selbiges auch in Südtirol zu tun, ist dem Landeskommandant der Schützen allerdings ein Dorn im Auge. „Als engagierte Patrioten achten wir die Fahnen und Symbole aller Länder, dies muss aber nicht bedeuten, dass man die Fahne eines fremden Volkes in der eigenen Heimat aufhängen muss“, meint Thaler.

Scharfe Kritik der Rechtsparteien

Ähnlich sieht dies die Süd-Tiroler Freiheit und die BürgerUnion: Der Zwang die Fahne auszuhängen, lasse jeden Respekt vor der Südtiroler Geschichte vermissen, beklagt Werner Thaler, Vorstandsmitglied der Bewegung. Er fordert die Landesregierung auf, "gegen diese Nötigung umgehend beim Regierungskommissariat zu intervenieren". Dietmar Zwerger von der BürgerUnion meint, Italien beleidige Südtirol mit nationalistischem Machtgehabe.

Der Freiheitliche Pius Leitner wiederum schreibt: „Es müsste für die SVP und Landeshauptmann Kompatscher mit ihren guten Beziehungen zu Ministerpräsident Renzi doch ein Leichtes sein, für Südtirol zumindest eine Ausnahmeregelung zu erreichen.“

Das sagt der Landeshauptmann

Der Landeshauptmannhält in den „Dolomiten“ (Donnerstag-Ausgabe) dagegen, dass es „nicht weiter problematisch“ sei, wenn der italienische Staat seine Flagge zelebrier.

Problematisch sei es für ihn geworden, als der Tag des Eintritts Italiens in den Ersten Weltkrieg mit einer Beflaggung hätte gefeiert werden sollen. „Da war bei mir die rote Linie überschritten“, erklärte Kompatscher dem Tagblatt.

stol

stol