Wer letztendlich antreten wird, weiß derzeit niemand, nicht einmal Rom, obwohl beide Kandidaten händeringend auf die Entscheidung der römischen Parteispitzen warten. Wann diese Entscheidung fallen wird, ist ebenfalls (noch) unbekannt.Vorsorglich stellten sich heute der Öffentlichkeit beide vor - und zwar getrennt: um 15 Uhr Mario Tagnin im Büro des PDL am Siegesplatz, um 16 Uhr Giorgio Holzmann im ehemaligen MSI- bzw. AN-Büro wenige Meter weiter.“ Meine Kandidatur ist ein Vorschlag“„Wer das Kandidaten-Rennen macht, entscheidet Rom“, so Tagnin - von Michaela Biancofore und Alessandro Urzí als Gegenkandidat ihres Intimfeindes Giorgio Holzmann improvisiert - auf der Pressekonferenz. Und da von dort bisher nichts außer Schweigen komme, mache er weiter. „Meine Kandidatur ist ein Vorschlag. Wir warten ab und schauen wie Roms Entscheidung aussieht“, betonte der 40-jährige Zahnarzt und Vater dreier Söhne.Denn selbst ein Treffen mit Regierungschef Silvio Berlusconi kurz vor Weihnachten brachte dem in Bozen unbekannten Kandidaten nicht die ersehnte Spitzenkandidatur des PDL für die Landeshauptstadt bei den Gemeinderatswahlen ein.„Sobald Rom gesprochen hat, wird jeder seine Entscheidung treffen. Ich auch“, so Tagnins Antwort auf die Frage eines Journalisten, ob er Holzmann unterstützen würde, sollten sich die Parteispitzen gegen seine Kandidatur aussprechen. Eine eigene Bürgerliste gegen Holzmann schloss der 40-Jährige für diesen Fall nicht ausdrücklich aus.Um seinen Bekanntheitsgrad in Bozen deutlich zu steigern, wird Tagnin mit einem Wahlplakat für sich werben, auf dem er mit Silvio Berlusconi, den ein Gesichtsverband ziert, zu sehen ist.In Sachen Wahlprogramm fordert Tagnin eine „Führungsrolle für Bozen" ein. So sei die Finanzautonomie für die Landeshauptstadt anzustreben, „damit die Bozner nicht immer mit dem Hut in der Hand bei Landeshauptmann Luis Durnwalder betteln gehen müssen“, erklärte er.Seine Prioritäten: eine Unterführung am Bozner Bahnhof, ein Einkaufszentrum für die Stadt Bozen und mehr Sicherheit in der Landeshauptstadt. Des Weiteren forderte der 40-Jährige die Anbringung von so genannten „Notrufsäulen“, ähnlich jenen auf den Autobahnen, im gesamten Stadtgebiet, um die Sicherheit für die Bürger zu erhöhen.Auch müsse Bozen schneller reagieren, so Tagnin. „Bozen muss schneller werden. Die Stadt kann nicht im gleichen Rhythmus agieren, wie die Provinz.“ Er wolle „keine Visionen verkünden, sondern mit den Füßen auf dem Boden bleiben“, unterstrich Tagnin, der mit einem gewagten Vergleich einer alten Forderung von Biancofiore Nachdruck verlieh. Die Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung, die jeder Südtiroler abzugeben habe, erinnere ihn an Südafrika, sagte Tagnin in Anspielung auf die Apartheid. Sie gehöre abgeschafft.stol