Nicaragua hatte zuvor angekündigt, die diplomatischen Beziehungen zu Italien abbrechen zu wollen. Hintergrund sind Äußerungen Tajanis, der das mittelamerikanische Land dafür kritisiert hatte, dem 74-jährigen Casimirri Schutz zu gewähren.<BR /><BR />„Italien wird weiterhin verlangen, dass sich Casimirri für die Straftaten, für die er rechtskräftig verurteilt wurde, vor der italienischen Justiz verantwortet“, erklärte Tajani gestern. Diese Forderung entspreche auch einer Entschließung des Europäischen Parlaments. Italien werde daran festhalten – „aus Respekt vor dem Andenken der Opfer des Terrorismus und den Grundsätzen der Gerechtigkeit“, betonte Tajani.<BR /><BR />Casimirri gehörte zu jenem Kommando der Roten Brigaden, das 1978 den früheren italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro sowie dessen fünf Leibwächter entführte und ermordete. Casimirri wurde in Italien rechtskräftig zu mehrfach lebenslanger Haft verurteilt – unter anderem wegen Mordes, Entführung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. <BR /><BR />Er floh jedoch ins Ausland und lebt seit den 1980er Jahren in Nicaragua, wo er die nicaraguanische Staatsbürgerschaft erhielt. Italien fordert seit Jahren seine Auslieferung, doch Nicaragua hat sie bislang verweigert.