Afghanischen und arabischen Gewährsmännern zufolge werden die Verhandlungen erstmals mit Vertretern der Quetta Shura geführt. Sie seien umfassend befugt, im Namen des Quetta-Shura-Führers Mullah Mohammed Omar zu sprechen, hieß es. Unterdessen haben Bewaffnete erneut in Pakistan Tanklaster mit Nachschub für die NATO-Truppen in Afghanistan angegriffen. Sie setzten 25 Fahrzeuge in Brand und erschossen einen Fahrer, wie die Polizei mitteilte. Bei einer Serie von Anschlägen in der südafghanischen Stadt Kandahar sind neun Menschen getötet worden, darunter fünf Kinder.Bisher jegliche Gesprächsbereitschaft verweigert Omars Gefolgsleute hatten sich Gesprächen zur Beilegung der Gewalt bisher verweigert. Als Vorbedingung für eine Aufnahme der Verhandlungen nannten sie den Abzug aller ausländischen Truppen. Doch die „Washington Post“ berichtete unter Berufung auf seine Quellen, dass die Quetta Shura - eine Organisation der afghanischen Taliban, die von Pakistan aus operiert - mit Verhandlungen über eine umfassende Friedensvereinbarung begonnen habe. Diese sieht die Beteiligung von Taliban an der Regierung sowie den Abzug der US- und NATO-Truppen vor. Der afghanische Präsident Hamid Karzai hatte in der Vergangenheit betont, er sei erst zur Aufnahme von Friedensgesprächen mit Aufständischen bereit, wenn diese der Gewalt abgeschwören, ihre terroristischen Verbindungen gekappt haben und die afghanische Verfassung befolgen.Die „Washington Post“ beruft sich in ihrem Bericht auf ein halbes Dutzend Gewährsmänner, die direkt oder am Rande an den Gesprächen beteiligt sind. Die Verhandlungen seien noch im Anfangsstadium, hieß es.70-köpfiger Friedensrat Der NATO-Oberbefehlshaber in Afghanistan, US-General David Petraeus, hatte vergangene Woche gesagt, Taliban-Führer hätten Kontakt mit der afghanischen Regierungsspitze aufgenommen. Ebenfalls vergangene Woche hatte die afghanische Regierung die Besetzung eines 70-köpfigen Friedensrates bekanntgegeben, der direkte Verhandlungen mit Anführern der Taliban aufnehmen und Aufständische zur Beendigung des Kampfes bewegen soll. Der Hohe Rat werde Gespräche mit den Taliban-Führern aufnehmen, die direkt oder über Umwege Kontakt mit der Regierung gesucht hätten, sagte ein Sprecher des afghanischen Präsidenten am vergangenen Dienstag.Der neuerliche Überfall auf die Tankfahrzeuge ereignete sich den Angaben zufolge auf dem Parkplatz eines Hotels am Stadtrand von Quetta im Südwesten von Pakistan. Die Laster waren auf dem Weg zu dem kleinen Grenzübergang Chaman, der nach den NATO-Angriffen vergangene Woche auf Ziele in Pakistan weiter geöffnet ist.Zu ähnlichen Angriffen auf Versorgungsrouten der NATO in den vergangenen Tagen hatten sich die Taliban bekannt, einschließlich eines Überfalls am Montag, bei dem vier Menschen getötet wurden. Die Aufständischen bezeichneten die Angriffe als Vergeltungsschläge für Hubschrauber-Angriffe der NATO. Pakistan reagierte auf die NATO-Angriffe, bei dem auch drei pakistanische Soldaten getötet wurden, mit der Schließung des Grenzübergangs Torkham am Kyhber-Pass. Torkham ist der wichtigste Grenzübergang für die Versorgung der NATO-Truppen in Afghanistan. Derzeit warten dort mehr als 100 Lastwagen auf die Genehmigung zur Weiterfahrt. Der Anschlag auf die Tanklaster war bereits der sechste dieser Art seit der Schließung des Grenzübergangs am vergangenen Donnerstag. Erst am gestrigen Dienstag beschädigte ein Sprengsatz nach Behördenangaben einen Tankwagen am Grenzübergang Torkham. Verletzt wurde niemand.apa/dapd