Dienstag, 31. Dezember 2019

Tausende Demonstranten attackieren US-Botschaft im Irak

Im Irak haben mehrere tausend Demonstranten am Dienstag die US-Botschaft in Bagdad angegriffen.

Wut der Iraker richtet sich gegen die USA.
Wut der Iraker richtet sich gegen die USA. - Foto: © APA (AFP) / HAIDAR HAMDANI

Sie marschierten durch Kontrollposten, die den Zugang zur hochgesicherten „Grünen Zone“ in der Stadt regeln, riefen „Tod Amerika“, verbrannten US-Flaggen und zertrümmerten Fensterscheiben, als irakische Sicherheitskräfte versuchten, sie aufzuhalten, wie Journalisten berichteten.

Auf Fotos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Demonstranten Mauern der schwer geschützten Botschaft hinaufkletterten und Flaggen der schiitischen Volksmobilisierungseinheiten schwenkten. Hintergrund ist die Wut vieler Iraker über tödliche US-Luftangriffe vom Wochenende, bei denen am Sonntag 25 paramilitärische Kämpfer getötet wurden.

Die Teilnehmer des Trauerzugs für die Getöteten konnten am Dienstag alle Kontrollposten zur Grünen Zone, in der sich die US-Botschaft befindet, ungehindert überwinden. Als die Demonstranten gewalttätig wurden, umstellten irakische Sicherheitskräfte das Botschaftsgebäude.

Mit den Angriffen vom Wochenende hatte die US-Armee auf den Tod eines US-Zivilisten bei einem Raketenangriff auf einen US-Militärstützpunkt im Irak reagiert. Bei dem Angriff im nordirakischen Kirkuk waren mehr als 30 Raketen abgefeuert worden. Die US-Vergeltungsangriffe richteten sich gegen Stellungen radikaler Hisbollah-Brigaden im Irak. Die Reaktion der USA stieß auf scharfe Kritik in Bagdad, Teheran und Moskau.

apa