„Frattini hat mich angerufen und um ein Gespräch gebeten und ich habe das Angebot sehr gerne angenommen, da die Landesregierung seit längerem mit der Regierung in Rom über konkrete Probleme sprechen will“, stellte Durnwalder klar.Fazit des Gesprächs: Zwischen Bozen und Rom herrscht wieder Tauwetter, konkrete Zusagen konnte Landeshauptmann Durnwalder aber nicht mit nach Hause nehmen. Nicht medial streiten, sondern miteinander redenAllerdings scheint man sowohl in der italienischen Hauptstadt, als auch in der Landeshauptstadt in einer Sache einig zu sein: „Es hat keinen Sinn, dass wir uns ständig über die Medien streiten. Es ist vernünftiger, direkt miteinander zu reden. Das Gespräch in Meran war ein Beginn. Weitere Aussprachen wird es auf verschiedenen Ebenen geben“, unterstrich Durnwalder. A22-Konzessionsverlängerung: „Bin zuversichtlich“ Getroffen hatten sich Durnwalder und Frattini in Meran. Bei schlechtem Wetter und kühlen Temperaturen standen „hitzige“ Themen zur Debatte. So ging es einerseits um die Konzessionsverlängerung der Brennerautobahn, die 2013 ausläuft. Frattini sicherte Durnwalder zu, dass sich hier eine „neue Spur“ aufgetan habe. Bisher war es vor allem Finanzminister Giulio Tremonti, der eine europaweite Ausschreibung forderte, um mehr Geld als bisher für den klammen Staatshaushalt einzutreiben. Nun scheint es so, als ob Rom von einer solchen absehen könnte. Damit rückt eine Konzessionsverlängerung für die Brennerautobahngesellschaft „A22 AG“ näher. Er habe mit Frattini schon über einen möglichen Kompromiss gesprochen, wie bei einer Konzessionsverlängerung Geld sowohl für den Staatshaushalt, als auch für die Querfinanzierung des BBT aufgebracht werden könnte, so Durnwalder. Kommt von Rom grünes Licht für die Verlängerung, dann muss auch die EU diese absegnen. „Es gibt bereits drei Präzedenzfälle mit positivem Ausgang, deshalb bin ich auch für die Brennerautobahn zuversichtlich“, zeigte sich der Landeshauptmann entspannt. Vor allem deshalb, da „de Facto bereits ein Experte damit beauftragt wurde, in Brüssel für eine Verlängerung Lobbying zu betreiben.“ Kommt die Verlängerung, dann will sich Durnwalder dafür einsetzen, dass die Brennerautobahn-Gesellschaft auf rechtlich neue Beine gestellt wird: „Man sollte darüber nachdenken, aus der Autobahn-Gesellschaft eine rein öffentliche, also eine In-House-Gesellschaft innerhalb der Landesverwaltung zu machen“. Dafür müssten die Aktienpakete der Privaten von den Ländern aufgekauft werden, erklärte der Landeshauptmann. BBT: „Italien steht zu seiner Verpflichtung“ Im Zusammenhang mit der A22-Konzessionsverlängerung ging es beim Treffen zwischen dem Außenminister und dem Landeshauptmann auch um das Jahrhundertprojekt Brennerbasistunnel, das in letzter Zeit Gefahr lief zu einer „Mission Impossible“ zu werden. „Frattini hat mir zugesichert, dass Italien zu seiner Verpflichtung steht, den BBT zu finanzieren und zu bauen“, so Durnwalder. Der Außenminister habe sich dafür ausgesprochen, dass das Projekt nicht unterbrochen werden dürfe. „Frattini will auf internationaler Ebene, aber auch mit Wien entsprechende Gespräche führen“, betonte der Landeshauptmann. „Wir sind und bleiben blockfrei“ Dass das Tauwetter aus Rom mit einem Stimmungswechsel in Bozen zusammenhängen könnte, hat Durnwalder dementiert. „Wir haben kein parteipolitisches Gespräch geführt und von mir hat Frattini keine parteipolitischen Zusagen erhalten. Wir sind und bleiben blockfrei“, unterstrich Durnwalder.joi/stol