Was waren die Gründe für das unterschiedliche Abstimmungsverhalten in den Gemeinden Tirol und Schenna?<BR /><BR />Die Tiroler Gemeinderäte haben den vom Land geforderten Grundsatzbeschluss am Montagabend vertagt, weil zuerst klar sein soll, wie sich der Meraner Gemeinderat entscheidet, und der tritt erst am Donnerstagabend für diesen Grundsatzbeschluss zusammen.<BR /><BR />Die Aussagen der SVP Meran, die Trasse der Standseilbahn solle möglichst orografisch rechts der Passer verlaufen, haben den Tiroler Gemeinderat in Aufregung versetzt. „Das ist das Gegenteil von dem, was die Gemeinde Tirol will“, schildert Bürgermeister Erich Ratschiller. „Die Grundeigentümer gehen auf die Barrikaden.“<BR /><BR />Unklar, aber für die Gemeinde Tirol entscheidend, ist auch, ob die Talstation der Standseilbahn an der Galileistraße oder am Karl-Wolf-Parkplatz verwirklicht werden soll. Unverständlich ist den Tiroler Gemeinderäten, dass die Forderungen der Meraner SVP das Gemeindegebiet von Dorf Tirol betreffen: zum Beispiel ein intermodulares Mobilitätszentrum und Parkplätze in der Handwerkerzone Tirol. „Diese Forderungen sind mit uns nicht abgesprochen“, stellt der Bürgermeister fest.<BR /><BR />Der Tiroler Gemeinderat beharrt auf der Trassenführung, die der Projektvorschlag des Seilbahnunternehmens Leitner vorsieht. Die Passer würde von der Handwerkerzone Tirol relativ direkt überquert. Auch der Auwald auf der gegenüberliegenden Seite der Passer befindet sich auf Dorf Tiroler Gebiet.<BR /><BR />„Diese Variante ist konsensfähig“, sagt Ratschiller. Auch für eine Verlegung um rund 50 Meter hinter die Handwerkerzone Tirol gebe es eine Mehrheit. „Das ist für uns aber die äußerste Lösung. Alles andere kommt nicht in Frage.“<BR /><BR />Der Tiroler Gemeinderat wird sich in der ersten Januar-Woche erneut mit dem „Grundsatzbeschluss zur straßenunabhängigen öffentlichen Transportverbindung zwischen Meran, Schenna und Tirol“ befassen.<h3> Schenna sagt Ja</h3>13 der 15 Schenner Gemeinderäte haben gestern Abend für den Grundsatzbeschluss „Hauptnetz des öffentlichen Verkehrs – Elektrische Transportverbindung von Meran, Schenna & Tirol (Standseilbahn)“ gestimmt. „Die Diskussion war sehr konstruktiv. Es wurden die Argumente zusammenfassend auf den Tisch gelegt“, schildert Bürgermeisterin Annelies Pichler. „Es war nicht die erste Diskussion. In den vergangenen 14 Monaten gab es genügend Gelegenheiten zur Diskussion.“<BR /><BR />Den Schenner Gemeinderäten sei bewusst, dass es eine Alternative zur Straße brauche, betont Annelies Pichler, dass es eine nachhaltige Mobilität brauche und dass die Standseilbahn nur ein Teil eines übergemeindlichen Mobilitätskonzepts im Burggrafenamt sei.<BR /><BR />Die Bedenken betreffen eine mögliche Zunahme an Tagestouristen und offene Fragen, die in der Machbarkeitsstudie noch nicht beantwortet wurden. Das Ja der Räte sei ein Ja zu einer Alternative zur Straße, zu einer nachhaltigen Mobilität und zu einem übergemeindlichen Mobilitätskonzept, in dem die Standseilbahn einen Teil bilde, fasst die Schenner Bürgermeisterin das Abstimmungsverhalten zusammen.