Mittwoch, 27. Januar 2021

Team K: „Chaos im Krisenmanagement der Landesregierung“

Die Bewegung Team K hat bei einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch die Landesregierung hinsichtlich ihrer Handlungsweisen während der Corona-Krise.

Bei einer Online-Pressekonferenz knöpfte sich das Team K die Landesregierung vor.
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Bei einer Online-Pressekonferenz knöpfte sich das Team K die Landesregierung vor. - Foto: © Team KTeam K
„Hat die Landesregierung die Situation noch im Griff?“ Das fragte sich das Team K im Rahmen einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch.

Die Vorwürfe: „Undurchsichtige Teststrategie, kein Kontakt-Tracing aber Covid-Spürhunde, Chaos beim Schülertransport, fehlender Impfplan, bis hin zur katastrophalen Datenübermittlung nach Rom.“

Auch ein Jahr seit Ausbruch der Pandemie sei das Krisenmanagement der Landesregierung nach wie vor chaotisch. Der letzte Tropfen: „Die Gastronomie muss wieder schließen, obwohl selbst die Regierung sagt, dass diese Maßnahme sinnlos ist und keinen Einfluss auf die Infektionskurve haben wird. Und wo bleiben die Entschädigungen und Hilfsmaßnahmen?“

Paul Köllensperger kritisierte am Mittwoch: „Seit Monaten gibt es ein Hin und Her, ohne eine erkennbare Linie. Den Menschen und den Betrieben fehlt eine Linie, die Entscheidungen sind nicht nachvollziehbar. Schließungen zu veranlassen, die sinnlos sind und ohne gleichzeitig die Unterstützungsmaßnahmen konkret zu benennen, das kann es doch nicht sein.“
Auch die Aussage der Landesregierung, Südtirol habe mehr Positive, weil es mehr teste, stimme so nicht, erklärte Franz Ploner.

„Es zählen nicht die absoluten Zahlen, es zählt vielmehr der Verlauf der Positivitätsraten und die Inzidenzzahl - statistisch hochgerechnet auf 100.000 Leute. Mehr testen ist also kein Grund für schlechte Zahlen. Und leider - die Zahlen bei uns sind erschreckend“.

Positive Antigentests müssten mit PCR-Test überprüft werden. Dies wäre nicht nur im Sinne der Positiv getesteten, sondern auch im Sinne des Landes, da so viele falsch Positive korrigiert und aus der Statistik genommen werden können. Auch das Contact-Tracings müsse wieder in den Griff bekommen werden.

Die neuerliche Schließung der Gastronomie werde nicht nur für Betriebe, sondern auch für die Arbeitnehmer dramatisch: „Der Wechsel zwischen Lohnausgleich und Lohn drängt die Arbeitnehmer in eine sehr unsichere Situation. Lebenshaltungskosten müssen weiter bezahlt werden. Saisonangestellte haben überhaupt keine Perspektive mehr. Anrecht auf Covid-Soforthilfen des Landes haben auch wenige, obwohl immer wieder von Anpassungen der Kriterien gesprochen wird. Dies alles nagt auch an der Psyche“, sagte Maria Elisabeth Rieder.

Die Unsicherheit schlage sich aber auch auf den Bildungssektor nieder. Alex Ploner sprach von Eltern und Lehrpersonen, die befürchten, bald wieder mit mehr Fernunterricht konfrontiert zu werden.

So seien Oberschüler nach wie vor im Wechsel und in einigen Fällen nur zu 50 Prozent im Präsenzunterricht. Die Zahl der Schulverweigerer steige nach Aussagen der Lehrkräfte.

„Besondere Sorge bereitet nach wie vor der Schülertransport. Zwar wurde aufgestockt, aber die Zuteilung der Busse funktioniert nicht. Volle Verkehrsmittel begünstigen die Ansteckungen“, so Alex Ploner.

Schlussendlich wurde noch auf die Südtiroler Kulturszene eingegangen: Kunst und Kultur seien in Südtirol vollends verschwunden, hie gäbe es weder Perspektive noch weitere finanzielle Unterstützung.

stol