Montag, 16. Dezember 2019

Terror-Anschläge in Wien geplant: 3 Tschetschenen in Haft

3 gebürtige Tschetschenen sollen zwischen Weihnachten und Neujahr einen terroristischen Anschlag in der Bundeshauptstadt geplant haben. Konkret sollte dieser den - behördlich vorerst nicht bestätigten - Ermittlungen zufolge am Stephansplatz oder am Christkindlmarkt am Rathausplatz durchgeführt werden.

3 gebürtige Tschetschenen sollen zwischen den Jahren einen terroristischen Anschlag in Wien geplant haben.
3 gebürtige Tschetschenen sollen zwischen den Jahren einen terroristischen Anschlag in Wien geplant haben. - Foto: © APA (Archiv) / GEORG HOCHMUTH

2 Verdächtige wurden Ende vergangener Woche vom Landesgericht Wiener Neustadt in U-Haft genommen, der Dritte verbüßt derzeit eine Haftstrafe in der Justizanstalt Hirtenberg. Dieser Mann gilt als Sympathisant der radikalislamistischen Terror-Miliz „Islamischer Staat“ (IS), er wurde vom Landesgericht Korneuburg wegen terroristischer Vereinigung zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Ein anonymer Hinweisgeber hatte die Strafverfolgungsbehörden und den Verfassungsschutz auf die Spur der drei Männer gebracht. Angelpunkt und Zentralfigur dürfte der in der JA Hirtenberg einsitzende Häftling sein. Vor allem vor diesem soll der Hinweisgeber gewarnt haben, da er auch nach seiner Verurteilung der IS-Ideologie anhänge. Umfangreiche Ermittlungen, Telefonüberwachungen und Observationen erhärteten die Verdachtslage, die schließlich zur Festnahme der auf freiem Fuß befindlichen Tschetschenen führte - wegen „Gefahr im Verzug“, wie am Montag aus Justizkreisen zu erfahren war.

Wie konkret die Anschlagspläne gediehen waren, ließ sich vorerst nicht eruieren. Dem Vernehmen nach soll sich das Trio auch über Anschlagziele in Deutschland und Luxemburg unterhalten haben.

Florian Kreiner, der Anwalt des 31-Jährigen, wies die Verdächtigungen gegen seinen Mandanten gegenüber der APA zurück. „Da ist überhaupt nichts dran“, versicherte er. Sein Mandant habe mit dem IS nichts zu tun. Der 25-Jährige wiederum ist in der Wiener Kampfsport-Szene ein Begriff. Er war regelmäßig als MMA (Mixed Martial Arts)-Fighter im Einsatz. „Sechs Kämpfe hat er gewonnen, einen verloren“, berichtete sein Verteidiger Wolfgang Blaschitz. Auch Blaschitz hält die Beweislage für dürftig: „Was die behaupteten Anschlagspläne betrifft, hat es keine Vorbereitungshandlungen gegeben.“

apa