Bei den Tafeln und Lebensmittelbanken im Land zeigen sich die Auswirkungen von Inflation und Preissteigerungen besonders deutlich. Seien es bislang vor allem Senioren gewesen, die auf die Möglichkeit angewiesen waren, kostenlos Lebensmittel zu beziehen, kämen nun vermehrt auch Familien, weil sie mit ihrem Einkommen nicht mehr über die Runden kämen, berichten die Organisationen. Auch bei der Caritas-Schuldnerberatung ist die Zahl der Anfragen um finanzielle Unterstützung deutlich gestiegen.<BR /><BR />Mit der außerordentlichen Einmalzahlung von 500 Euro an alle Bezieher eines Beitrages für Wohnnebenkosten bzw. einer Sonderform dieser Leistung von monatlich bis zu 200 Euro für Mindestrentner und Zivilinvaliden hat das Land bereits einmal auf die enormen Teuerungen bei Strom und Gas reagiert. 11.000 Haushalte kommen derzeit in den Genuss dieser Beihilfen. <BR /><BR />Dass das für viele nach wie vor nicht reicht und nachgebessert werden muss, dessen ist sich Soziallandesrätin Deeg bewusst. Nun hat sie der Landesregierung ihre Vorschläge vorgelegt.<BR /><BR />Mit einer Anhebung der Zugangsschwelle beim Beitrag für Wohnnebenkosten sollen zusätzlich rund 4000 Familien Anrecht darauf erhalten. „Wer bereits einen solchen Beitrag bezieht, braucht keinen neuen Antrag zu stellen. All jene, die mit der Anhebung der Einkommensschwelle Anrecht darauf haben, schon“, so Deeg. Und wer sein Ansuchen innerhalb dieses Jahres stellt, erhalte zudem noch die Einmalzahlung über 500 Euro.<h3> Zusätzlich 45 Euro im Monat</h3>Nach oben schrauben will Deeg aber auch die Beträge selbst. Gestaffelt nach Höhenlage des Wohnortes, vom Gesuchsteller und nach Anzahl der Mitglieder des jeweiligen Haushaltes gibt es derzeit monatlich zwischen 90 und maximal 155 Euro (siehe Tabelle unten). „Es wird angedacht, die Maximalbeträge der aktuell geltenden Beträge um 75 Euro pro Monat zu erhöhen“, erklärt Deeg. „Da der effektive Beitrag aber mit zunehmenden Einkommen abnimmt, beträgt die durchschnittliche Erhöhung monatliche 45 Euro.“ <BR /><BR />9 Mio. Euro pro Jahr werden allein für diese beiden Maßnahmen nötig. Sie sollen trotzdem nicht die einzigen bleiben. „Zusammen mit dem INPS prüfen wir derzeit, wie Landesbeihilfen zielgenauer bei den Menschen ankommen können“, so Deeg. So habe das INPS einen genauen Überblick über die Mindestrentner im Land und könnte so Landesbeihilfen somit direkt und unbürokratisch zusammen mit der Rente auszahlt. <BR /><BR />Es sei schon klar, dass sich unter den Mindestrentnern auch Menschen befänden, die Besitz hätten. „Aber wenn 90 Prozent unserer Hilfen bei den Richtigen landet, nehme ich die 10 Prozent, die dieses Geld nicht unbedingt nötig hätten, gerne in Kauf“, so Deeg.<BR /><BR />DIE ZAHLEN<BR /><BR />Der Beitrag für Wohnnebenkosten ist gestaffelt nach:<BR /><BR /><b>Einpersonenhaushalt</b><BR />Gemeinde unter oder auf 500 Meter: 90 Euro/Monat <BR />Unter oder auf 1000 Meter: 100 Euro/Monat<BR />Über 1000 Meter: 115 Euro/ Monat<BR /><BR /><b>2 Personen</b><BR />Unter oder auf 500 Meter: 100 Euro/Monat<BR />Unter oder auf 1000 Meter: 110 Euro/Monat<BR />Über 1000 Meter: 125 Euro/ Monat<BR /><BR /><b>3 bis 4 Personen</b><BR />Unter oder auf 500 Meter: 110 Euro/Monat<BR />Unter oder auf 1000 Meter: 125 Euro/Monat<BR />Über 1000 Meter: 140 Euro/ Monat<BR /><BR /><b>5 Personen und mehr</b><BR />Unter oder auf 500 Meter: 125 Euro/Monat<BR />Unter oder auf 1000 Meter: 140 Euro/Monat<BR />Über 1000 Meter: 155 Euro/ Monat<BR /><BR /><b>Senioren mit einem Einkommen unter 9000 Euro</b><BR />Unter oder auf 500 Meter: 175 Euro/Monat<BR />Unter oder auf 1000 Meter: 185 Euro/Monat<BR />Über 1000 Meter: 200 Euro/ Monat<BR />