Dienstag, 15. März 2022

Teurer Sprit: Landesregierung wartet auf Maßnahmen aus Rom

Die steigenden Energiepreise und die allgemeine Inflation waren zentrale Themen in der Sitzung der Südtiroler Landesregierung am heutigen Dienstag. Das Land Südtirol begrüße die Absicht der italienischen Regierung, den Preis von Treibstoffen durch eine Reduzierung der Akzisen zu senken, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung.

Die italienische Regierung prüft Maßnahmen, um Treibstoff wieder etwas billiger zu machen. - Foto: © dpa-tmn / Sven Hoppe

Seit mehreren Wochen steigen international die Preise in allen Rohstoffsektoren, davon ist auch Südtirol betroffen. Die Ursachen dafür sind vielfältig: die gestiegene Geldmenge im Zusammenhang der Anti-Krisen-Maßnahmen der europäischen Staaten in Folge der Pandemie, Rohstoffengpässe als Folge der Pandemie sowie Versorgungsengpässe durch den Krieg in der Ukraine.

Eine erste Maßnahme, um dem Problem der steigenden Energiekosten beizukommen, hat die Landesregierung bereits in der vergangenen Woche beschlossen: An Bedürftige wird ein einmaliger 500-Euro-Bonus ausgezahlt.

Diese Maßnahme sei zwar begrüßt worden, es aber habe den Ruf nach weiteren Maßnahmen gegeben, von der eine breitere Bevölkerungsschicht profitieren könne, so Landeshauptmann Kompatscher.

Deshalb hat das Land Südtirol Appelle an die Regierung in Rom gerichtet, da die Zuständigkeit eindeutig beim Staat liege, was die Preissteigerungen im Energiesektor betrifft, vor allem bei den Treibstoffpreisen. Für die Landesregierung gebe es hier laut Kompatscher nur wenig Spielraum, die italienische Regierung habe aber bereits signalisiert aktiv werden zu wollen.

Die Reduzierung der Akzisen würde sich wohl mit einer Preissenkung von etwa 10 Prozent auf den Spritpreis niederschlagen.
Landeshauptmann Arno Kompatscher


Angekündigt sei eine Reduzierung der Akzisen, die einen großen Teil der Treibstoffpreise ausmachen. „Diese Maßnahme würden wir auf jeden Fall begrüßen“, erklärte Kompatscher auf der Pressekonferenz. Unwahrscheinlich sei hingegen eine Senkung der Mehrwertsteuer. „Die Reduzierung der Akzisen würde sich wohl mit einer Preissenkung von etwa 10 Prozent auf den Spritpreis niederschlagen. Leider kehren wir also auch mit dieser Maßnahme nicht auf ein altes Preisniveau zurück“, so der Landeshauptmann weiter.

Die Südtiroler Landesregierung will nun die Entscheidungen in Rom abwarten, um anschließend zu entscheiden, wo es noch weitere Spielräume gibt, um gegebenenfalls selbst aktiv zu werden.

pho

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