Freitag, 27. März 2015

Tiroler Frauenlandtag im Zeichen von Austausch und Vernetzung

"Frauen verändern Politik" war das Motto, unter dem knapp siebzig Frauen beim Tiroler Frauenlandtag am Freitag über zeitaktuelle und gesellschaftspolitische Themen diskutiert haben.

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Foto: © STOL

"Wir wollen den Austausch und die Vernetzung untereinander fördern, um Lösungsvorschläge für die aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen mit geballter Kraft auf den verschiedenen Entscheidungsebenen voranzutragen", so die Landesrätin für Chancengleichheit Martha Stocker, die den Frauenlandtag gemeinsam mit ihrer Amtskollegin aus Nordtirol Christine Baur und mit dem Frauenbüro organisiert hatte.

"Gerade auf kommunaler Ebene gibt es nicht annähernd so vielen Frauen wie Männer, die politisch aktiv sind. Das liegt vielfach an den traditionellen Rollenbildern", unterstrich Baur.

Während Südtirols Frauen vor allem auf Gemeindeebene gut vertreten sind, kann Nordtirol auf Ebene der Landesregierung mit einem Anteil von 50 Prozent auf eine höhere Frauenpräsenz zählen (in der vergangenen Amtsperiode waren es 25 Prozent).

Prozentuell in Südtirol mehr Bürgermeisterinnen

In Südtirol sind 28 Prozent der Landesregierungsmitglieder weiblich (in der vergangenen Amtsperiode waren es 11 Prozent).

Von den 116 Gemeinden Südtirols werden 106 von Bürgermeistern und zehn von Bürgermeisterinnen geleitet (8,6 Prozent) während von den 279 Gemeinden in Nordtirol 268 von Bürgermeistern und elf von Bürgermeisterinnen geführt werden (3,9 Prozent).

Der Anteil an Vizebürgermeisterinnen beträgt in Südtirol 25 Prozent, in Tirol sind es 7,3 Prozent. In den Gemeindeausschüssen sind hingegen die Südtiroler Frauen mit einem Anteil von 27 Prozent und die Tiroler Frauen mit 11,9 Prozent vertreten. In Bezug auf die Gemeinderäte sind in Südtirol 21,9 Prozent und in Tirol 16,4 Prozent Frauen.

Die Frauen verabschiedeten eine gemeinsame Resolution, die unter anderem einen jährlichen Frauenlandtag und die Einbeziehung der Trentiner Kolleginnen vorsieht. Zudem legten die Frauen mehr als dreißig Themen und Anliegen fest, die sie auf den verschiedenen Entscheidungsebenen verstärkt voranbringen werden, wie etwa eine ausgeglichene Vertretung in der Politik, eine sichere Rente, die Schließung der Lohnschere, die Stärkung des weiblichen Selbstbewusstseins und die Benennung von Straßen nach weiblichen Persönlichkeiten. 

lpa

stol