Donnerstag, 30. Januar 2020

Tote bei Angriffen in Syrien – Klinik getroffen

Bei Luftangriffen auf das letzte große syrische Rebellengebiet um die Stadt Idlib sind Aktivisten zufolge mindestens 10 Zivilisten getötet worden. Bombardiert worden sei in der Stadt Ariha auch eine Klinik, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Sie machte die russische Luftwaffe für die Angriffe verantwortlich. Das Krankenhaus sei außer Betrieb.

Eine Klinik sei von den Luftangriffen direkt getroffen worden.
Eine Klinik sei von den Luftangriffen direkt getroffen worden. - Foto: © APA/afp / ABDULAZIZ KETAZ

Die Rettungsorganisation Weißhelme verbreitete ein Video, das nach deren Angaben die zerstörte Klinik zeigt. Die oppositionelle Nachrichtenseite Ennab Baladi meldete unter Berufung auf die Organisation 11 Tote und mehr als 60 Verletzte. Die Klinik sei von den Luftangriffen direkt getroffen worden.

Russland ist im syrischen Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der Regierung. Die syrische Armee und ihre Verbündeten hatten im vergangenen Jahr eine Offensive auf das Gebiet um die Stadt Idlib im Nordwesten des Landes begonnen. Kontrolliert wird die Region von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Syrien und Russland argumentieren, ihre Angriffe in der Region richteten sich gegen Terroristen.

Dramatische humanitäre Lage

Die Gewalt ging auch weiter, nachdem Russland vor 3 Wochen eine neue Waffenruhe verkündet hatte. In dieser Woche konnten die Regierungstruppen die strategisch wichtige Stadt Marat al-Numan und umliegenden Dörfer einnehmen.

Helfer beklagen eine dramatische humanitäre Lage in dem Rebellengebiet. Seit Anfang Dezember sind den UN zufolge fast 390.000 Menschen vor der Gewalt geflohen. Allein in den vergangenen 2 Wochen seien fast 40.000 Menschen vertrieben worden. Wegen wiederholter Angriffe auf Krankenhäuser in dem Rebellengebiet hatten die UN im vergangenen Jahr eine Untersuchung angeordnet.




dpa

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