Dienstag, 12. Mai 2020

Tote bei Anschlägen auf Klinik und Trauerfeier

Bei 2 Anschlägen in Afghanistan sind mindestens 40 Menschen getötet worden, darunter auch Neugeborene. Die Angriffe galten der Entbindungsstation eines Krankenhauses in Kabul sowie einer Trauerfeier in der östlichen Provinz Nangarhar, wie Behördenvertreter am Dienstag mitteilten.

Unbekannte stürmten ein Krankenhaus in Kabul.
Unbekannte stürmten ein Krankenhaus in Kabul. - Foto: © APA (AFP) / STR
In der Früh stürmten laut Innenministerium 3 Unbekannte die Entbindungsstation eines Krankenhauses in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Sie töteten zwei Neugeborene und ihre Mütter, insgesamt mindestens 14 Menschen. 15 weitere Zivilisten, darunter auch Kinder, seien verwundet worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Alle Angreifer seien inzwischen von Spezialkräften getötet worden.

Sicherheitskräfte brachten nach Angaben des Innenministeriums mehr als 100 Menschen in Sicherheit, darunter viele Frauen und Kinder. Zuvor habe es mehrere Explosionen gegeben und Schüsse seien gefallen. Auch Ärzte ohne Grenzen (MSF) sei in dem Krankenhaus tätig und leite die Entbindungsstation, teilte die Hilfsorganisation auf Twitter mit.

In dem Stadtteil, in dem das Krankenhaus liegt, leben viele Mitglieder der überwiegend schiitischen Hazara-Bevölkerungsgruppe. Diese wurde wiederholt Ziel des sogenannten „Islamischen Staats“ (IS).

In der östlichen Provinz Nangarhar sprengte sich am Dienstag ein Selbstmordattentäter während einer Beerdigung in die Luft und tötete mindestens 24 Menschen. Mehr als 68 weitere Menschen seien bei der Trauerfeier für einen lokalen Polizeichef verletzt worden, sagte ein Regierungssprecher aus der Provinz. 2 weitere Provinzpolitiker sprachen von mindestens 45 Toten.

Mehrere IS-Anschläge in letzter Zeit

Die IS-Terrormiliz hat zuletzt mehrere tödliche Anschläge in Kabul für sich reklamiert und sie ist auch aktiv in der Provinz Nangarhar, in der der Anschlag auf die Trauerzeremonie verübt wurde. Die radikalislamischen Taliban erklärten, sie seien an keinem der beiden Angriffe beteiligt.

In der westlichen Provinz Farah seien zudem bei nächtlichen Gefechten zwischen Regierungstruppen und Taliban mindestens 2 Kinder durch Mörserbeschuss getötet worden, sagten 2 Provinzräte.

Der stellvertretende zivile Vertreter der NATO in Afghanistan und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verurteilten die Anschläge aufs Schärfste. Keine Gruppe bekannte sich bisher zu den Angriffen in Kabul und Nangarhar. Sowohl die Terrormiliz „Islamischer Staat“ als auch die Taliban sind in Afghanistan aktiv.

Die Anschläge wurden einen Tag nach der Festnahme des Kopfs der IS-Miliz in Südasien, Abu Omar Khorazani, und 2 weiterer ranghoher IS-Vertreter in Kabul verübt.

apa

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