Mittwoch, 03. Juni 2020

Tracking-App „Immuni“: „Klischeehafte Geschlechterrollen“

Seit Montagabend kann die italienische Tracking-App „Immuni“ aufs Handy geladen werden. Für Südtirol wird eine deutsche Version angeboten.

Seit Montag ist die App in ganz Italien verfügbar. In Südtirol ist sie auch auf Deutsch erhältlich.
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Seit Montag ist die App in ganz Italien verfügbar. In Südtirol ist sie auch auf Deutsch erhältlich. - Foto: © ANSA / UFFICIO STAMPA MINISTERO SANITA'
Die Anwendung der App ist freiwillig und kostenlos: Sie funktioniert auf anonymer Basis anhand eines Zahlencode-Systems und soll Menschen darüber informieren, wenn sie mit einer Infizierten Person in Kontakt getreten sind.

Die Entscheidung, ob man seine Erkrankung angibt oder nicht, obliegt jedoch dem Infizierten selbst.

Lesen Sie hier: So funktioniert die „Immuni“-App.

Nachdem die App zunächst nur in 4 Regionen – Ligurien, Apulien, Marken und Abruzzen – getestet wurde, ist sie seit Montag staatsweit verfügbar.

Vom Google Play Store wurde die App am Mittwoch bereits mehr als 500.000 Mal heruntergeladen, derzeit liegt die Bewertung bei 3,6 von 5 Sternen.

Viele loben die einfach aufgebaute App, andere finden aber auch kritische Worte.

Und auch SVP-Senatorin Julia Unterberger ist aus einem bestimmten Grund unglücklich mit der Tracking-App:

„Es erstaunt, dass die App Immuni ein so klischeehaftes Verständnis der Rolle der Frau und deren Beitrag für die Gesellschaft vermittelt. Die Abbildungen zur Vorstellung dieses wichtigen Werkzeuges zeigen den Mann in Ausübung seiner beruflichen Verpflichtungen, während die Frau als Mutter und Hausfrau dargestellt wird, die sich um die Kinder und die Pflanzen kümmert“, kritisiert die Senatorin in einer Aussendung am Mittwoch.



„Die rückwärtsgewandten Abbildungen sind Signale in die falsche Richtung und umso schlimmer, weil sie von einer institutionellen Stelle kommen. Der Fehler sollte schnellstens behoben werden“, fordert Unterberger.

liz

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