Mittwoch, 01. April 2020

„Tragen von Mundschutz muss Bürgerpflicht werden“

Bei der virtuellen Medienkonferenz haben am Mittwoch Landeshauptmann Arno Kompatscher, Gesundheitslandesrat Thomas Widmann und Pierpaolo Bertoli, der Sanitätsdirektor im Südtiroler Sanitätsbetrieb, über die aktuelle Lage informiert.

Die Referenten der  Pressekonferenz: (v.l.) Pierpaolo Bertoli, Landeshauptmann Arno Kompatscher, Thomas Widmann und Moderator Franco Grigoletto.
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Die Referenten der Pressekonferenz: (v.l.) Pierpaolo Bertoli, Landeshauptmann Arno Kompatscher, Thomas Widmann und Moderator Franco Grigoletto. - Foto: © LPA/Fabio Brucculeri
Zunächst ging Landesrat Widmann auf die neuesten Zahlen ein und erklärte, wie es zu dem Durcheinander mit den Opferzahlen kommen konnte. „Zunächst hat sich das Virus langsam ausgebreitet, der Sanitätsbetrieb hat immer die aktuellen Daten mitgeteilt. Dann gab es auch Tote in Wohnungen und Seniorenheimen. Alle Zahlen, jene der Toten in den Krankenhäusern, in den Wohnungen und in Seniorenheimen, mussten abgeglichen werden. Das ist aber nicht einfach. Stirb ein Mensch zuhause oder im Seniorenheim, muss der Amtsarzt die Totenbescheinigung innerhalb von 24 Stunden vorlegen und dann dem Bürgermeister der jeweiligen Gemeinde mitteilen. Da kann es zu Verzögerung von bis zu 48 Stunden kommen“, so Widmann.
Auch kündigte Widmann an, dass nächste Woche Schnelltests in Südtirol eintreffen werden. „Die Tests werden aus China geliefert, jedoch gibt es eine Verzögerung bei Ausfuhrkontrolle, weil die Behörden in China streng kontrollieren, dass kein Ramsch ausgeliefert wird. Daher kommt die Lieferung erst nächste Woche. Die Schnelltests werden in erster Linie für zur flächendeckenden Kontrolle der Basismediziner, der Mitarbeiter der Rettungsdienste und Altenheime verwendet.“

Sanitätsdirektor Bertoli: „Die Strategie des Landes im Kampf gegen Corona funktioniert, aber sie ist ein Kraftakt. Trotzdem mussten Südtirol 11 Patienten auf Intensivstationen nach Österreich und Deutschland verlegen, damit die Intensivstationen in Südtirol entlastet wurden. Seit wenigen Tagen flacht die Kurve ab, bei der Zahl der Neuinfektionen. Trotzdem: Die Maßnahmen müssen weitergehen. Diese positive Entwicklung ist das Ergebnis der strengen Auflagen“, so der Sanitätsdirektor. Auch erinnerte Bertoli daran, dass die Krankenhäuser alle nicht notwendigen Leistungen gestrichen haben, um Ressourcen für Covid-19-Patienten zu haben.

Danach informierte Landeshauptmann Kompatscher: „Das Tragen von Mundschutz muss zur Bürgerpflicht werden, das wird Teil der nächsten Verordnung. Dazu zählen auch Schal oder Kopftuch.“ Freiwillige Feuerwehren haben weitere Tücher verteilt und demnächst werden weitere Tücher verteilt. Auch wenn es im Laufe des Monats April Lockerungen geben soll, muss Asien Vorbild bleiben, sagt Kompatscher: „Dort ist Mundschutz normal, bei Begrüßungen gibt es kein Händeschütteln und kein Bussi.“

In einer neuen Verordnung will Kompatscher Präzisierungen für die Verhaltensregeln beim Ausgang ins Freie. Dabei gelte der Grundsatz: Sich und andere Schützen, das funktioniert mit Mundschutz oder Halstuch.
Auch arbeitet die Landesregierung weiter an der Umsetzung des am Dienstag beschlossenen Südtirol-Pakets, die Verhandlungen mit Rom laufen. Das Ziel: Bessere Konditionen mit Banken aushandeln, damit Kredite für Kunden günstiger werden. Am Freitag wird’s eine Reihe von Beschlüssen geben, kündigte Kompatscher an: „Nächste Woche werden die ersten Maßnahmen umgesetzt, weil Betriebe und Familien dringend Liquidität brauchen.“
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zor

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