Dienstag, 24. August 2021

Tram in Bozen: Hohe Wahlbeteiligung bei Jugendlichen

Im Herbst 2019 hatte in Bozen eine befragende Volksabstimmung zur Realisierung einer Tramlinie stattgefunden. Dieses Referendum stellt eine sehr interessante Fallstudie dar, da es eine der wenigen bis jetzt durchgeführten öffentlichen Abstimmungen mit Wahlalter ab 16 in Südtirol darstellt.

Die Wahlbeteiligung der 16- 18-Jährigen am Referendum zur Tram in Bozen lag deutlich höher als die allgemeine Wahlbeteiligung.
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Die Wahlbeteiligung der 16- 18-Jährigen am Referendum zur Tram in Bozen lag deutlich höher als die allgemeine Wahlbeteiligung. - Foto: © shutterstock
„Wir fordern schon seit sehr langer Zeit ein aktives Wahlrecht für 16-Jährige“, erinnert Tanja Rainer, SJR-Vorsitzende. „In der Regel erst mit 18 Jahren abstimmungsberechtigt zu sein, entspricht nicht mehr den Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft. Junge Menschen wollen verstärkt Verantwortung für sich und die Gesellschaft übernehmen – und das ist ihnen auch zu ermöglichen“ so Rainer.

Zudem fördere laut SJR eine Herabsenkung des Wahlalters das Gleichgewicht der Generationen bei demokratischen Entscheidungen in einer alternden Gesellschaft.

Gerade deshalb war es interessant zu verstehen, wie junge Menschen vom herabgesetzten Wahlalter Gebrauch machen.

Dank einer entsprechenden Anfrage des Bozner Gemeinderates Matthias Cologna, teil der Mitgliedsorganisation Team Future im Südtiroler Jugendring (SJR), liegen jetzt die Daten zur Wahlbeteiligung der 16- bis 18-Jährigen vor.

„Während die allgemeine Wahlbeteiligung bei 32,63 Prozent lag, war die der 16- bis 18-Jährigen um 6 Prozent höher bei 39,05 Prozent: ein bemerkenswertes Ergebnis, das das Interesse der jüngsten Wähler an einer Teilnahme am politischen Leben und an den Entscheidungen der Gemeinschaft untermauert,“ erläutert Gemeinderat Matthias Cologna.

Zudem wurde ersichtlich, dass die prozentuell höhere Beteiligung in allen Stadtvierteln außer Zentrum-Bozner Boden-Rentsch anzutreffen ist und dass junge Männer in fast allen Stadtvierteln häufiger an der Wahl teilgenommen haben als junge Frauen.

stol