Donnerstag, 15. Oktober 2020

Trauer um Jole Santelli: Kalabriens Präsidentin ist tot

Traurige Nachricht am Donnerstag: Die Präsidentin der süditalienischen Region Kalabrien, Jole Santelli, ist im Alter von 51 Jahren gestorben.

Trauer um Kalabriens Regionenpräsidentin Jole Santelli.
Trauer um Kalabriens Regionenpräsidentin Jole Santelli. - Foto: © ANSA / Luigi Salsini / FTJ
Die an einem Tumor erkrankte Rechtsanwältin starb in der Nacht auf Donnerstag in ihrer Wohnung in Cosenza und wurde von ihrer Schwester tot aufgefunden, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet.
Santelli, Spitzenpolitikerin der Partei Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi, war erst im Jänner zur ersten Frau an die Spitze Kalabriens gewählt worden, seit Februar war sie im Amt.

Noch nie hatte eine Frau das Ruder einer der 6 Regionen im italienischen Süden übernommen. Die aus Cosenza stammende Anwältin, die 1994 kurz nach deren Gründung Berlusconis Forza Italia beigetreten war, kämpfte schon seit Jahren gegen einen Gebärmutter-Tumor.

Santelli, für die sich Berlusconi im vergangenen Winter persönlich im Wahlkampf engagiert hatte, hatte die Führung einer Region übernommen, die vom organisierten Verbrechen und von Arbeitslosigkeit belastet ist.

Rigorose Vorbeugungs-Maßnahmen und Widerstand gegen Rom

Während der Coronavirus-Pandemie hatte Santelli zunächst besonders rigorose Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen ergriffen. So hatte Kalabrien im Sommer als erste italienische Region Diskotheken als Maßnahme gegen die Verbreitung der Pandemie geschlossen.

Nachdem sich die Zahlen gebessert hatten, war es ebenfalls Santelli, die sich als eine der ersten gegen Rom auflehnte und im April wieder die Öffnung der Bars, Restaurants und Pizzerias in Kalabrien verfügte, natürlich unter strengen Sicherheitsmaßnahmen.

Santellis plötzlicher Tod löste Bestürzung in der italienischen Politik aus.

„Santelli hat bis vor wenigen Stunden hart für ihre Leute gearbeitet. Kalabrien und Italien umarmen dich, Jole“, twitterte Lega-Chef Matteo Salvini.


„Wir sind sprachlos, wir verlieren eine großartige Freundin und Kollegin, die sich ihr ganzes Leben lang für Italiens Süden eingesetzt hat“, kommentierte die Fraktionschefin der Forza Italia, Maria Stella Gelmini.

liz/apa

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