Dienstag, 18. August 2020

Treibstoff-Mangel: Einziges Kraftwerk im Gazastreifen abgeschaltet

Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben am Dienstag wegen Treibstoff-Mangels abgeschaltet worden. Daher werde man die Stromversorgung in dem Palästinensergebiet auf 3 bis 4 Stunden am Tag reduzieren müssen, teilte die Stromgesellschaft in Gaza mit. Es gibt noch andere Stromleitungen aus Israel und Ägypten.

Der Gazastreifen hat nun auch noch Probleme mit seiner Stromversorgung.
Der Gazastreifen hat nun auch noch Probleme mit seiner Stromversorgung. - Foto: © APA (AFP) / SAID KHATIB
Wegen fortwährender Angriffe aus dem Gazastreifen hatte Israel vergangene Woche die Einfuhr von Treibstoff in das Palästinensergebiet gestoppt. Auch die Fischereizone vor dem Küstengebiet ist deswegen inzwischen komplett geschlossen. Der Warenübergang Kerem Schalom ist nur noch für humanitäre Hilfsgüter geöffnet.

Strommangel hat negative Auswirkungen auf Gazastreifen

Die Palästinensische Energiebehörde warnte, der Strommangel werde „alle Aspekte des Lebens im Gazastreifen negativ beeinflussen“. Nach Angaben der Stromgesellschaft bräuchte der Gazastreifen täglich rund 500 Megawatt Strom, um die Bedürfnisse der rund 2 Millionen Einwohner abzudecken. Zuletzt seien nur 210 Megawatt verfügbar gewesen. Davon seien 120 Megawatt von Israel, 30 Megawatt von Ägypten und der Rest durch das Kraftwerk geliefert worden.

Luftangriffe nehmen wieder zu

Nach Beginn der Corona-Krise hatten militante Palästinenser weitgehend davon abgesehen, Ballons aus dem Gazastreifen in Richtung Israel fliegen zu lassen, an denen Brandflaschen oder Sprengsätze befestigt waren. Zuletzt nahm dies aber wieder sehr stark zu. Auch Raketen werden wieder auf Israel abgefeuert. Die Luftwaffe reagiert darauf mit Angriffen auf Ziele der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas.

Blockade wegen Terrororganisation Hamas

Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitserwägungen. Rund 2 Millionen Einwohner leben unter sehr schlechten Bedingungen in dem Küstenstreifen am Mittelmeer. Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.

dpa