Dienstag, 31. Oktober 2017

Trinkwassertarife: Aufschub für kleine Betreiber

Kleine Betreiber von Trinkwasserleitungen müssen ihre Tarifsysteme erst ab 2019 an die neue Trinkwasserverordnung anpassen.

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Foto: © shutterstock

Im August hatte die Landesregierung die neue Trinkwasserverordnung genehmigt. Damit wurde das Verursacherprinzip eingeführt: Wer mehr verbraucht, zahlt auch mehr. Zudem sollte die neue Verordnung dazu beitragen, die Transparenz zu erhöhen und landesweit vergleichbare Systeme und kostendeckende Tarife zu gewährleisten. Bei der Gestaltung des neuen Tarifsystems wurden auch die Besonderheiten der dezentralen Trinkwasserversorgung in Südtirol mit ihren vielen kleinstrukturierten Betreibern so weit als möglich berücksichtigt.

Für die kleinen Betreiber von Trinkwasserleitungn, die bis zu 3000 Kunden versorgen, wird die Anwendung der neuen Tarifordnung auf den 1. Jänner 2018 verschoben. Dies hat die Landesregierung am Dienstag auf Vorschlag von Umweltlandesrat Richard Theiner beschlossen. „Konkret bedeutet das, dass für diese erst der Tarif des Jahres 2019 nach den Kriterien der neuen Verordnung berechnet werden muss“, erklärt Landesrat Theiner.

Notwendig geworden war dieser Aufschub für die kleinen Betreiber aus technischen Gründen: Die Betreiber öffentlicher Trinkwasserleitungen müssen bei der Berechnung der Trinkwassertarife für das Jahr 2018 die Kostenaufstellung von 2016 berücksichtigen. „Die kleinen Betreiber verfügen jedoch noch nicht über ausreichend präzise Daten, damit eine korrekte Berechnung erfolgen kann“, unterstreicht Flavio Ruffini, Direktor der Landesagentur für Umwelt. Aus diesem Grund haben sie nun ein Jahr länger Zeit, die Anpassung vorzunehmen.

Die großen Betreiber von Trinkwasserleitungen wie die Stadtwerke Bozen, Meran und Brixen verfügen über die nötigen Daten und können die neue Verordnung problemlos umsetzen. 

lpa

stol