Sonntag, 05. Januar 2020

Iran will Urananreicherung ohne Einschränkung betreiben

Der Iran distanziert sich weiter vom Wiener Atomabkommen.

Trauernde halten Bilder des getöteten Generals Soleimani hoch.
Trauernde halten Bilder des getöteten Generals Soleimani hoch. - Foto: © APA (AFP) / ANWAR AMRO

In einer im Staatsfernsehen am Sonntag verbreiteten Erklärung hieß es, dass sich Teheran nicht mehr an die in der Vereinbarung festgelegten Grenzen bei der Urananreicherung halten wolle. Die Urananreicherung solle künftig nach technischen Notwendigkeiten ausgerichtet werden.

Damit werde der Iran nun sein Atomprogramm unbegrenzt weiterführen und auch Uran unlimitiert anreichern. Teheran werde sich nicht mehr an die Vorgaben zur Zahl der Zentrifugen für die Urananreicherung halten. Dies sei die „fünfte und letzte Phase“ des Rückzugs von den Verpflichtungen aus dem Atomabkommen, wurde in der Presseerklärung betont. Es handelt sich offenbar auch um eine Reaktion auf die Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani durch das US-Militär.

Das Parlament im Irak stimmte unterdessen überraschend für einen Abzug der rund 5000 im Land stationierten US-Soldaten. Die Regierung wird in einer Resolution dazu aufgefordert, den Abzug aller ausländischen Truppen im Land einzuleiten, die Teil des US-geführten Bündnisses zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind. Von 329 Parlamentariern waren allerdings nur 168 anwesend, kurdische Abgeordnete und die Mehrheit der sunnitischen Abgeordneten boykottierten die Sondersitzung.



apa