Montag, 04. Mai 2020

Trump glaubt an Corona-Impfstoff bis Jahresende

Die USA werden nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump voraussichtlich bis Jahresende über einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus verfügen.

US-Präsident Donald Trump stemmt sich gegen die Krise.
US-Präsident Donald Trump stemmt sich gegen die Krise. - Foto: © APA (AFP) / NICHOLAS KAMM
„Wir sind zuversichtlich, dass wir am Ende des Jahres, bis Ende des Jahres einen Impfstoff haben“, sagte Trump am Sonntag (Ortszeit) in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News, das im Lincoln Memorial in Washington geführt wurde.

Trump räumte zugleich ein, dass Experten seine Einschätzung in Zweifel ziehen könnten. „Die Ärzte werden sagen: 'Das sollten sie nicht sagen'“, vermutete der US-Präsident. Er spreche aber aus, was er denke. Seiner Einschätzung nach seien einige Firmen „sehr nah“ an einem Erfolg.

Wenn nicht die USA als erstes Land einen Impfstoff entwickelten, sondern ein anderes Land, sei ihm das auch recht, sagte Trump. Dann werde er vor diesem Land seinen „Hut ziehen“. „Es ist mir egal, ich möchte nur einen Impfstoff bekommen, der funktioniert“, fügte der Präsident hinzu. Auf die Risiken der Tests eines potenziellen Impfstoffs an Menschen angesprochen, sagte Trump, es gebe dafür Freiwillige. Diese wüssten, „worauf sie sich einlassen“.

An einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus wird derzeit in aller Welt unter Hochdruck geforscht. Nur mit einigen wenigen Präparaten laufen bereits klinische Tests. Die EU-Kommission organisiert am Montag eine internationale Geberkonferenz für die Entwicklung eines Impfstoffs und andere Mittel gegen die Corona-Pandemie.

12 bis 18 Monate bis zur Marktreife eines Impfstoffs

Die Weltgesundheitsorganistaion (WHO) und große Pharmafirmen gehen davon aus, dass die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs bis zur Marktreife mindestens 12 bis 18 Monate dauert.

Ein Impfstoff gilt als einziges sicheres Mittel, um die wegen der Pandemie in aller Welt verfügten Einschränkungen des öffentlichen Lebens dauerhaft und vollständig aufheben zu können.

In seinem Interview drang Trump auf eine Wiederaufnahme des Schulunterrichts und des Uni-Betriebs in den USA bis September. „Ich möchte, dass sie zurückkommen“, sagte er. Von der US-Wirtschaft erwartet der Präsident nach eigenem Bekunden eine schnelle Erholung von der Corona-Krise. Das kommende Jahr werde „unglaublich“ werden, prognostizierte er.

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Bis Montagmorgen wurden hier bereits mehr als 1,15 Millionen Infektionen sowie 67.674 Todesfälle registriert.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität blieb die tägliche Todesopferzahl mit 1450 Fällen im Vergleich zum Vortag stabil.

apa